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Interview mit Marco Bergmann [bokormarco] - SCHREIBEN
 
 
 
 
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Interview mit:

Marco Bergmann [bokormarco] 


SCHREIBEN
Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?
Mit dem Schreiben habe ich eigentlich schon recht früh im Kindesalter begonnen. Meist handelte es sich dabei um kurze Geschichten in denen ich meiner Phantasie Ausdruck verleihte. Mein eigentlicher Werdegang als Autor begann jedoch im Internet in verschiedenen Foren zu Themen wie Esoterik, Okkultismus, Religion und Geisteswissenschaften. Mein Schaffen als Schriftsteller beschränkt sich eher auf Fachtexte - insbesondere über die Voodooreligion - mit denen ich diese Foren bereichern und mein angelerntes Wissen über dieses Thema vermitteln konnte. Unterhaltungsliteratur ist dagegen nicht so mein Schwerpunkt als Autor. Meine ersten Texte dieser Art stellte ich schließlich einer breiten Leserschaft über eine Website zur Verfügung. Dieses Gedankengut wurde dann später von einer anderen Autoren ungefragt kopiert und als „Seminar“ zum Verkauf angeboten. Dadurch keimte auch in mir der Gedanke, dass ich mit meinen Texten genauso gut selbst Geld verdienen kann und aus diesem Gedanken entstand schließlich aus persönlichen Aufzeichnungen mein erstes Fachbuch über die Voodooreligion.
Welches Genre bevorzugen Sie? Haben Sie einen Link, auf dem wir etwas über Ihr neuestes Werk erfahren können?
Hauptsächlich schreibe ich Fachbücher über die Voodooreligion. Informationen dazu finden Sie auf meiner Voodoo-Website unter http://bokormarco-voodoo.de.vu/
Wie verläuft Ihr kreativer Prozess? Was geschieht, bevor Sie sich hinsetzen und anfangen zu schreiben?
Meist ist eine Phase der Erholung nötig, ehe ich mir tatsächlich mal wieder die nötige Zeit nehme, um an meinen aktuellen Projekten weiterzuarbeiten. Häufig geschieht dies z.B. nach einem Waldspaziergang oder einem heißen Bad. Eine Art Standardritual gibt es jedoch nicht bei mir. Genauso wenig habe ich feste Zeiten in denen ich schreibe. Doch wenn es erst einmal dazu kommt, dass ich mich hinsetze und mit dem Schreiben beginne, kann ich oft nicht mehr aufhören und vergesse die Zeit. Denn wenn ich erst einmal im "Fluss" bin, kommen mir immer wieder neue Einfälle, welche Themen ich in meinem aktuellen Buch noch so behandeln könnte.
Welche bekannten Schriftsteller bewundern Sie am meisten?
Schriftsteller sind ja auch Künstler und Künstler sind für eins bekannt: Ihr übergroßes Ego. Wie war noch mal die Frage?
Für wen schreiben Sie in Ihrem tiefsten Inneren?
Für eine Voodoopriesterin, von der ich viel über die Theorie und auch die Praxis des Voodooglaubens lernen durfte.
Nutzt Ihnen der Feedback Ihrer Leser etwas?
Für jede Form von Feedback bin ich grundsätzlich sehr dankbar. Leider nützt nur das Feedback von unvoreingenommen Lesern wirklich etwas. Das hohe Lob aus der Fangemeinde ist zwar unterstützend beim Schaffungsprozess. Jedoch würde man von solchen Fans vermutlich auch für den größtmöglich verzapften Mist noch gelobt werden. Ebenso steht es mit unkonstruktiver Kritik seitens der Leute, denen beispielsweise das öffentliche Auftreten des Autors oder grundsätzlich das Thema eines Buches nicht gefällt. Unvoreingenommenes und ehrliches Feedback ist dagegen zwar recht selten, aber (oder gerade deswegen) das wohl größte Geschenk für einen Autor.
Präsentieren Sie sich bei Schriftsteller-Wettbewerben? Haben Sie schon einmal einen Preis gewonnen?
Ich selbst habe nicht den Anspruch mit meinen Werken Preise zu gewinnen und nehme daher auch nicht aus Eigeninitiative an Wettbewerben teil. Witzigerweise wurde mein Buch „Der Voodoo des Bokor Marco“ trotzdem einmal für einen Preis nominiert, welcher mir schließlich auch auf der Leipziger Buchmesse 2011 überreicht wurde.
Zeigen Sie Ihre Manuskripte einer vertrauten Person, um ihre Meinung zu hören?
Nein, da die mir vertrauten Personen häufig keine ehrliche Kritik und Verbesserungsvorschläge geben.
Glauben Sie, Ihre "eigene Stimme" bereits gefunden zu haben, oder ist man ewig auf der Suche nach ihr?
Warum sollte es nur eine einzige "eigene Stimme" geben? Ich glaube ein Autor trägt viele Stimmen in sich. In seinen Werken kann ein Schriftsteller durch verschiedene Personen im Handlungsstrang (bzw. in meinem Falle verschiedenen Erläuterungen aus helleren und düsteren Randbereichen des Voodooglaubens) diesen Stimmen Ausdruck verleihen. Die bewusste Suche nach DER "eigenen Stimme" ist daher meiner Meinung nach eher kontraproduktiv.
Was umgibt Sie in Ihrem Arbeitszimmer, um Ihre Konzentration zu erhöhen?
Ich schreibe meine Texte zwar vor allem im Arbeitszimmer, jedoch kommen mir die eigentlichen Ideen meist woanders, wo ich sie mir dann stichpunktartig notiere und dann zuhause zusammenfasse. Besondere Hilfsmittel um meine Konzentration zu erhöhen benötige ich nicht. Wenn ich erst einmal schreibe, stört mich auch der „Verkehrslärm“ von der Straße (oder der Nachbarwohnung) nicht. Um die Frage aber trotzdem zu beantworten: Auf meinem Schreibtisch stehen u.a. ein Grablicht, zwei Totenschädel und ein (künstlicher) Knochen dient als Stifthalter. Ganz dem Klischee eines Autors für Voodoofachbücher entsprechend.
Welche Erfahrung haben Sie mit Verlagen gemacht?
Da mir bewusst war, dass ein Autor mit Fachbüchern über Voodoo keinen Bestsellerhit landen kann, wollte ich bei der Veröffentlichung meines Erstlingswerkes auch keine allzu großen Selbstkosten verursachen. Somit hatte ich nicht das Ziel einem namenhaften Verlag das Manuskript meines Buches zu schicken oder eine hohe Startauflage drucken zu lassen. Außerdem möchte ich bei der Veröffentlichung meines Buches so viele Dinge wie möglich selbst entscheiden können. Die herrschende Hand eines Verlages war mir dann doch nicht so geheuer. Das Publizieren in Eigenregie wäre andererseits für mich zu arbeitsintensiv gewesen. Somit entschied ich mich für einen „on demand Verlag“, da hierbei meines Erachtens genau die richtigen Vorteile gegenüber dem „normalen“ Buchdruckverfahren bestehen. Beispielswiese entfallen Lagerungskosten, da ein Buch nur „auf Anforderung“ gedruckt wird. Perfekt für mich und mein Voodoobuch. Der erste Verlag den ich dafür auswählte hatte leider für meine Ansprüche nicht ausreichende Konditionen und Serviceleistungen – vor allem als der Zeitpunkt kam, als ich eine Neuauflage meines Buches anstrebte. Also entschloss ich mich den Verlag zu wechseln und bin seitdem dem Verlag „BoD“ treugeblieben. Dort habe ich die für mich nötigen Freiheiten, die Kosten halten sich in Grenzen und das Buch ist in einem Großhandel gelistet, was ein viel breites Spektrum an Verkaufsplattformen bietet, als es bei meinem besagten Vorgängerverlag der Fall war.
An welchem Projekt arbeiten Sie momentan?
Momentan arbeite ich an einer Fortsetzung meines Voodoobuches sowie einer Biographie in Romanform. Geplant ist außerdem noch ein drittes Voodoofachbuch, welches sich insbesondere dem Thema „Tod“ widmen wird. Für diese Projekte konnte ich einen mir schon lange bekannten Voodoopriester mit ins Boot holen.
 





© Marco Bergmann
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/bokormarco

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