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Interview mit boulderang [boulderang] - SPORT
 
 
 
 
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Interview mit:

boulderang [boulderang] 


SPORT
Welchen Sport praktizieren Sie? Welches ist Ihr Team und wie groß ist Ihre Bindung dazu?
Hauptsächlich boulder ich. Seit kurzem, da ich nun im Fränkischen wohne, gehe ich auch verstärkt klettern. Eine Seilschaft besteht in der Regel aus mehreren Leuten, ich bevorzuge Touren im kleineren Kreis mit nur bis zu 4 Personen. Das Team kennt sich gut, ist auf einander eingestellt und hat Vertrauen zueinander - im Klettersport unverzichtbar. Meine Bindung ist entsprechend groß.
Gibt es einen Link, wo wir mehr über Sie oder Ihre sportliche Aktivität nachlesen können?
Viele sogar: http://de.wikipedia.org/wiki/Bouldern http://www.klettern.de http://www.klettern-und-bouldern.de/ http://www.boulderrausch.de/ http://www.frankenjura.com
Wie waren Ihre Anfänge? Wer hat Sie in den Sport eingeführt?
Ein guter Freund hat mich eines Tages im Schwäbischen zum Bouldern verführt. Schnell wurde mir klar: Bouldern ist die Königsdisziplin des Kletterns. So sagt man - so denk ich. Um gut zu Bouldern muss man an seine körperlichen und geistigen Grenzen gehen und sie dehnen. Beim Klettern ohne Seil (in Absprunghöhe) brauchts neben technischem Geschick, Kraft und Ausdauer vor allem akrobatische Bewegungen und Kreativität. Oft muss ich mir was einfallen lassen um das Problem zu lösen. Oft gelingt es nicht auf Anhieb. Das ist es was mich reizt: Ein Problem zu bewältigen, was Anfangs unmöglich erschien.
Wie beeinflusst Ihr emotionaler Zustand Ihre physische Verfassung?
Zum Bouldern muss der Kopf frei sein. Es gilt sich einzig auf die direkte Situation zu konzentrieren und sie zu bewältigen. Emotionaler Stress arbeitet dem entgegen. Kann man sich nicht freimachen drohen Verletzungen. An solchen Tagen boulder ich dann lieber nur leicht und hake es aber unter " Andermal!".
Wie hat Ihnen der Sport geholfen, auch persönlich zu wachsen?
Ich gelte nicht als der geduldigste Mensch. Besonders im Bezug auf mich selbst verlange ich da schon manchmal mehr als ich körperlich geben kann. Das Bouldern hat mir aber beigebracht, das geduldiges Dranbleiben und Trainieren hilft auch die härtesten Probleme zu lösen. Ich habe gelernt Sehnsüchte (wie zB das Flashen eines Boulders im höheren Grad) zeitweilig zurückzustellen, mit ihnen zu leben. Zumindest so lange bis ich gewappnet bin. Ich bin durch den Sport einfach gelassener geworden.
Was ist besser - einen Rivalen zu übertrumpfen oder über sich selber hinaus zu wachsen?
Beim Boulder- und Klettersport ist das beides geil!
Welche Methode setzen Sie ein, um Ihre Technik zu verbessern? Haben Sie eine spezielle Technik?
Trainieren halt. Von Frühling bis Herbst heißt das vor allem raus gehen. Raus an die Felsen und kräftig bouldern, klettern und bergsteigen. Im Winter helfen Kletter- und Boulderhallen und Finger- und Campusboards weiter. Und wenn der Körper mal Pause braucht lese ich entsprechende Zeitschriften wie Klettern, Climb, Outdoor und Bergsteiger, gucke Kletterdokumentationen und besuche entsprechende Veranstaltungen.
Wie kontrollieren Sie die negativen Gedanken nach einem Fehler wie beispielsweise ein Eigentor oder ein schlechter Start?
Kontrollieren ist hier für mich nicht das richtige Wort. Hab ich den Start oder die Tour verkackt, dann ärgere ich mich schon ordentlich. Das hört und sieht man dann auch mal. Zum Bouldern gehört das aber dazu. Wenn ein Zug zum xten Mal nicht gelingen will, dann kann es einen echt richtig ankotzen. Wichtig ist hierbei cool und dran zu bleiben. Denn nichts ist toller als der Moment da man es endlich schafft.
Wie spüren Sie den Einfluss der Zuschauer auf Ihre Leistungsstärke?
Sind die Zuschauer das eigene Team oder Sportartkenner helfen mir deren Zusprüche durchaus. Sie treiben mich an, animieren und pushen mich nach oben. Vor denen will ich nicht versagen. Aber Zuschauer die reinquatschen und einen unbrauchbare Ratschläge geben, können durchaus stark nerven und einem den Spaß an der Sache nehmen.
Ist es gut, dass zwischen den Teamkollegen eine gewisse Rivalität herrscht?
Natürlich. Ich find es toll wenn ich eine Route souveräner durchgegangen bin als mein Seilpartner. Genauso aber ärgere ich mich wenn es andersrum ist. Das motiviert mich dann aber auch. Bei allem Wettkampf, aber kollegial muss es bleiben.
Gibt es eine Art Telephatie in der Weise, wie manche Spielzüge zwischen den Spielern ausgetragen werden?
Ich bin nicht sicher ob Telephatie, also die Gedankenübertragung ohne Beteiligung bekannter Sinne, tatsächlich möglich ist. Kennt sich das Team aber schon länger und ist aufeinander eingespielt, dann kann es schon sein das ein Blick allein ausreicht damit der andere weiß was zu tun ist. Im Klettersport ist es aber trotzdem anzuraten verbal vorzugehen!
Ist es nötig, dass jemand die Führung übernimmt, damit ein Team sein maximales Potential erreicht?
Davon bin ich überzeugt.
Haben Sie wichtige Verletzungen erlitten? Was tut man während der Rehabilitationsphase, um nicht aufzugeben?
Natürlich habe ich mich schon verletzt. Mehrmals auch. Besonders blöd war der Bruch meiner großen Zehe. Beim Klettern sind gute Füße ein Muss, so ein Bruch braucht aber schon 2 bis 3 Monate bis er vollständig verheilt ist. Ich habe in dieser Zeit verstärkt meine Arme und Finger trainiert, in der Hoffnung damit später eventuelle Schwächen im Stand zu kompensieren. Außer dicke Oberarme hat das aber leider nicht gut geklappt. Meiner Motivation hat das aber keinen Abbruch getan. Es kommt wohl auf die Beweggründe an warum man diesen oder jenen Sport macht. Ich liebe das Klettern und Bouldern einfach, für mich ist das nicht Pflicht sondern Kür.
Sollte Technologie die Schiedsrichter bei sportlichen Veranstaltungen ersetzen?
Nein, aber unterstützen.
Den Gegner zu täuschen ist oft ausschlaggebend. Wie kann man diese Fähigkeit erlernen?
Pokern spielen hilft bestimmt. Gerichtssendungen gucken auch. Vor allem aber sollte man stetig an der eigenen Performance arbeiten. Bist Du gut (genug), ist Täuschung kaum notwendig.
Welche Pläne haben Sie für sich selber? Wo möchten Sie irgendwann einmal stehen?
Ich handhabe das wie der der Bernd Arnold (Zitat): "Ich will nicht schwer klettern, ich will leicht klettern, also schon schwer, nur dass es eben leicht aussieht." Einfach Klettern des Kletterns wegen. Obwohl das Matterhorn und der Mont Blanc bestimmt einen Besuch wert wären ...
Was raten Sie den Sportlern, die am Anfang ihrer Karriere stehen?
Dran bleiben!
 





© boulderang
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/boulderang

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