ganz klar: Fairness. von beiden Seiten.
Generell, dieses Wort "Piraterie" muss doch etwas differenzierter betrachtet werden:
zum einen das berühmte Musik- und Filme kopieren. Ich glaube, das hier einfach der Punkt erreicht ist, dass die großen Konzerne, die die Arbeiten von Künstlern nur vermarkten, einfach heutzutage nicht mehr in dieser Form nötig sind, und sie sind auch zu starr und zu verblendet, zu erkennen, dass der Zenit überschritten ist.
Konkret am Beispiel der Musik. Vor 20 Jahren hat man sich diejenigen CDs gekauft, die man zu 100% toll fand, andere Musik hat man aus dem Radio auf Kassette gebannt oder von Freunden überspielt. Heute will uns die Content-Industrie Musik zum selben Preis digital verkaufen, wie sie auf CD gekostet hat. Da fehlt einfach der gute Wille zu sagen "hört mal Leute, wir haben weniger Kosten, weil Produktion der CDs, Labels, Booklets, und Transport und Verkauf und Lagerung etc wegfällt: wir passen den Preis dementsprechend an". Außerdem ist heute bekannt, welchen Prozentsatz der eigentliche Künstler erhält, und das erzeugt im Endkunden doch eine gewisse Unzufriedenheit, finde ich.
Für Musiker denke ich, wird es in der Zukunft eher darum gehen, online mit den Hörern selbst ins Geschäft zu kommen, als über den Umweg einer großen Plattenfirma.
Beim Thema Film und Fernsehen ist es ähnlich aber anders ;-) Da ärgert mich eher die Tatsache, dass DVDs von Serien, die schon 3 mal im TV wiederholt wurden, immer noch den Vollpreis kosten. Und das schlimmste daran: wenn ich eine Original-DVD einlege, bin ich gezwungen, mir Warnungen und Beschuldigungen etc. anzusehen, die ich nicht überspringen darf. Ich meine, wo sind wir denn hier? Muss ich nachweisen, dass ich legal handle? Wenn ich für viel Geld eine DVD kaufe, dann möchte ich gefälligst nicht diese langweiligen und absurden "Raubkopierer sind Verbrecher"-Spots ansehen müssen. Damit und mit den sonstigen Copyright-Hinweisen und 12 Publisher-Intros vergehen teilweise 3-4 Minuten bevor ich zum eigtl. Film oder Serie komme. das ist einfach absurd.
Und beim Thema Piraterie im Software-Bereich finde ich, wird insbesondere von beiden Seiten übertrieben: Leute, die denken, sie brauchen unbedingt Photoshop, um rote Augen von Fotos zu entfernen, übertreiben gewaltig, und Hersteller von Software, die denken, ihr wissenschaftlicher Taschenrechner ist 120 EUR Wert genauso.
Meine Botschaft, an die angeblichen Opfer der Piraterie: macht alles mal ein bisschen transparenter: rechnet potentiellen Kunden doch vor, wie ihr auf eure Preise kommt, keiner will, dass ihr alles kostenlos bereitstellt, auch hat keiner was dagegen, dass ihr eine Gewinn-Marge habt. Aber das Verhältnis sollte stimmen. Und vor allen Dingen: bitte behandelt eure echten Kunden so wie sie es verdienen: wie Könige! Und bitte nicht wie Gauner.
Die vierte Art von Piraterie, die mir gerade einfällt: die wieder zur Mode gekommene Freibeuterei am Horn von Afrika. Nun, die ist wirklich schlimm und falsch. Und dagegen sollte man wirklich vorgehen!