Natürlich; die Moderne ist vorbei, Gott sei Dank, sie war schrecklich genug. Dieses ganze Zeug wird schnell auf dem Müllhaufen der Geschichte landen. Oder vielleicht doch nicht so schnell, weil die Museen damit ja seit Jahrzehnten große Geschäfte machen, und zur Zwischenlagerung von großen Vermögen eignen sich diese Sachen anscheinend ebenfalls vortrefflich. Vielleicht wird es also noch etwas dauern, bis man den ganzen Scheiß nüchtern betrachtet.
Die Moderne war nicht überflüssig, sie war vermutlich notwendig, auf andere Weise hätte man sich vielleicht von den Fesseln der Vergangenheit nicht befreien können. Wir Nachfahren profitieren jedenfalls in jeder Hinsicht von dem, was die Moderne erkämpft hat.
Aber es ist an der Zeit, neue Inhalte zu produzieren. Und genau da hapert es. Wenn postmodern bedeutet, dass man aus allen möglichen Zutaten eine Ratatouille herstellt und das Ganze als fortschrittlich bezeichnet, dann bin ich nicht postmodern. Ich halte gar nichts davon, die eigene Sterilität durch Tünche zu verdecken. Der Kaiser ist doch nackt! Das sieht doch jeder!
So sitze ich also zwischen allen Stühlen. Solche Leute bezeichnet man vermutlich als Epigonen. Aber diesen Schuh kann ich mir auch nicht anziehen. Epigonal ist das nun nicht, was ich mache. Es ist postmodernen, aber nicht in dem Sinne, in dem dieser Ausdruck gewöhnlich verstanden wird.   | | |
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