Ich bin kein Sammler, aber im Laufe der Zeit habe ich doch manchmal dies oder das erworben, so dass sich eine kleine Sammlung ergeben hat, beispielsweise von afrikanischen, etruskischen oder südamerikanischen Skulpturen. Gerade die amerikanischen Figuren sind sehr faszinierend und man sieht sie nicht häufig.
In London habe ich einmal eine solche Figur in einem Fenster eines Privathauses gesehen und war ganz bezaubert; diese Figur hatte ich noch nicht gesehen. Irgendwo - es war wohl in Stuttgart - habe ich mal in einem Restaurant gegessen, wo viele solche Skulpturen als Dekoration herumstanden; es sind Typen, man findet also immer wieder dieselben Figuren. Vielleicht muß man sich das so vorstellen wie bei den katholischen Heiligenfiguren, die ja auch einfach nur Massenware sind.
Die erste solche Figur habe ich in Bielefeld erworben; Karstadt machte Peru-Wochen, und eine sitzende Indianerin mit bloßen Brüsten hatte es mir angetan. Es war ein Dekorationsstück, eigentlich nicht zum Verkauf gedacht.
Nun hatte diese Frau auch noch ein Kind in ihrem Gürtel auf dem Rücken, was man im Schaufenster gar nicht sehen konnte. Das ist so ein Typus, ich habe später noch eine solche Figur gekauft, allerdings völlig anders. Diese Figur habe ich so nie wieder gesehen.
Man wollte sie mir nicht verkaufen, weil der Dekorateur den Kopf des Kindes abgeschlagen hatte und man deshalb vermutete, dass er ihn hatte verschwinden lassen, um im Zweifel sagen zu können, die Figur sei schon beschädigt gewesen, als er sie erhielt. Glücklicherweise hat man den Kopf doch gefunden und mir die Figur beschädigt verkauft. Es war kein Problem, den Kopf wieder anzusetzen, es war ein glatter Bruch.
Bin ich nun doch ein Sammler?   | | |
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