PSYCHOLOGIE
Warum ist es so schwierig, uns selber zu verzeihen?
Weil oft eine nicht ausreichend wohlwollende Beziehung zu sich selbst der Grund dafür sein könnte. Zweitens bedeutet es oft auch dies: Schuldgefühle können, wie andere Gefühle auch, ein übertriebenes, letztlich destruktives Maß annehmen. Wenn sie nach genügend intensiver Selbstreflektion und "Wiedergutmachung" dennoch das gesamte Denken, Fühlen und Handeln infiltrieren, ist das vielmehr ein Zeichen von einem Leben unter Zwang als in Freiheit. In diesem Fall bedeutet das Ablegen von Schuldgefühlen, eine Bejahung einer neuen Form von Freiheit. Genau diese "neue" Freiheit macht Angst. Es bedeutet, dass man alte Innenwelten (mit diesen manchmal auch Aussenwelten) bewusst verabschieden muss und sich Neuem öffnet. Sich verzeihen können ist eine "riskante" Angelegenheit, denn sie bedeutet eine Art Übereinstimmung mit sich selbst. Damit macht man sich freilich wieder von neuem angreifbar und damit verletzlich. Aber es ist eine neue Menschlichkeit. |
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