Es ist eigenartig, den diese Frage höre ich fast häufiger, als die nach meinem Arbeitsfeld. "Wie denken Sie über Freud?" Meistens wird die Frage mit leichtem Spott gestellt, in der Erwartung, dass man sagt: "Das ist natürlich alles Unsinn." Ich bin kein Freudianer und ich halte die Psychoanalyse für ein Verfahren, das in seiner Reinform nicht mehr dem Stand des heutigen Wissens entspricht. Aber ich bewundere Freud. Er war ein mutiger und er war ein kluger Mann, der die Welt ein wenig verändert hat. Dass vieles heute überholt ist, das ist in jeder anderen Wissenschaft vergleichbar. Newton wird auch als bedeutender Mann gesehen und doch sind wir heute weiter. Wenn man aber bedenkt, auf welches Wissen Freud zurückgreifen konnte, wenn man bedenkt, dass natürlich auch er ein Kind seiner Zeit war und wenn man schließlich sieht, wie faszinierend nah er dem teilweise kam, was uns heute die Neurowissenschaften lehren, dann ist das genial. Nehmen wir zum Beispiel die Dominanz des Unbewussten. Damals eine unerhöhrte Aussage!   | | |
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