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SCHREIBEN: Was macht eine Person gla... Eine Person darf alles se
 
 
 
 
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SCHREIBEN

Was macht eine Person glaubhaft? Wie kreieren Sie Ihre Persönlichkeiten?
 
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Eine Person darf alles sein, nur keine Mary Sue! Ich finde Geschichten mit Charakteren die aus einem aristotelischen Drama stammen könnten, trifft man Menschen nicht so wie es ein fehlerreicher und sich entwickelnder Charakter kann.
Jeder Charakter in meinen Geschichten hat eine Mutter oder einen Vater im echten Leben: Freunde, Familie, Bekannte von mir. Jeder hat sein persönlichs Vorbild.
 


Die Person (das Wesen) muss glaubhaft sein.
Zunächst stelle ich mich die Person allgemein vor (alter Mann, Trinker, verbittert). Danach beginne ich die Charakterzüge auszuweiten, bis ein stimmiges Bild erscheint, wobei das Umfeld mit einbezogen wird.
 


Ihr Charakter, ihre Ecken und Kanten und auch ihr unerwartetes Handeln. 


Ich kreiere sie überhaupt nicht. Ich beobachte Menschen, nehme ein paar Wesenszüge, schaffe eine Art roh geformte Figur und schaue, wie sie sich entwickelt.

Das ist gerade bei mehreren Figuren zwar nicht ganz einfach, aber ungeheuer spannend. Durch die Interaktion mit den anderen Figuren entwickelt sich da eine gewisse Natürlichkeit, die den Figuren per se Authentizität verleiht, ohne dass ich als Autor groß eingreifen muss. Schließlich steht nirgendwo geschrieben, dass ein Autor bei der Arbeit keinen Spaß haben darf.
 


Ihr Handeln muss einem nachvollziehbaren Motiv enspringen. Eine Figur darf nicht mal eben so agieren, nur weil es die Handlung gerade erfordert. Sie muss in meinem Kopf lebendig werden.
Außerdem benutze ich jedesmal die Motive der sog. Heldenreise und die typischen Eigenschaften, die ein Protagonist besitzen sollte: Mut, ein besonderes Talent, eine Art Mission usw.
Ich benutze sog. Soufflierblätter, eine Art Exceltabelle mit den Eigenschaften der Figur, angefangen von der Augenfarbe bis zu Verdauungsproblemen. Dann schreibe ich eine Biographie der Figur und führe ein Interview mit ihr. Zuletzt schreibe ich einige Seiten in der Erzählsprache der Figur, um ein Gefühl für sie zu bekommen. Im Grunde faszinieren den Leser immer die gleichen Geschichten und die gleichen Helden. Versuchen Sie beim Vorlesen eines Märchens mal den Schluss zu verändern. Ihre kleinen Zuhörer werden empört sein!!
 


Ich kenne meine Figur in allen Lebenslagen, besser als mich selbst. 


Sie muss authentisch sein und einen glaubwürdigen Hintergrund mitbringen. Jeder Mensch hat Untiefen der Seele, die in Extremsituationen ausbrechen., Die muss man herauskitzeln können. 


Wenn man sie angreifen, fühlen kann. Wenn sie einen Hintergrund hat, der dem Charakter der Person entspricht. Ändern kann sich alles, wie ich selber leidvoll feststellen musste, aber es kann viel interessantes daraus entstehen. Ich habe in 32 Jahren im Verkauf viele Menschen und auch manche Persönlichkeiten getroffen und kennengelernt. Da lässt sich das eine oder andere ganz gut verwenden. 


Glaubhaft ist immer ein aktueller Anlass, der von vielen gekannt wird. Aber auch alte Märchen und Geschichten reizen mich, sie neu zu erfinden und in Szene zu setzen. So kreiere ich meine Hauptgestalten. Es sind vernünftige oder unvernünftige Typen, denen ich Dinge in den Mund lege, die Passen, lustig und abgefahren sind. 


Fehler! Schwächen.
Ansonsten: ich persönlich "mache" da nicht viel, das entsteht einfach. Charaktere entwickeln ein Eigenleben. Und dem muss man eigentlich nur folgen.
 


Realität ist das Zauberwort. Gleichwohl eingebettet in eine Portion Fiktivität, die dem Leser/der Leserin genügend Raum zu philosophischer und/oder psychologischer Diskussion bietet, ohne dabei zu starre Grenzen vorzugeben.
Das reale Leben bietet so viele Paradigmen für Charaktere, deren Konturen nur noch entschärft und dann wieder feingeschliffen werden müssen, um in einer Geschichte als Protagonist oder auch als Antagonist oder Komparse zu erscheinen.
 



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