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: Geht langsam der Analyse-... Ja, aber langsam. Viele M
 
 
 
 
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Geht langsam der Analyse- oder Recherche-Journalismus verloren?
 
Whohub


Ja, aber langsam. Viele Medien setzen auf Schnelligkeit anstatt gut durchdachter Recherche, Agenturmeldungen werden übernommen, ohne die Fakten noch einmal zu prüfen. Auf die großen Zeitungen (und in vielen Fällen ebenso ihren Online-Ablegern) ist glücklicherweise, was den Qualitätsjournalismus angeht, noch Verlass. 


Auf der breiten Front: ja. Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel. 


Online herrscht das Diktat der Geschwindigkeit, bis eine Meldung ordentlich ausrecherchiert ist, ist sie schon längst uninteressant. Aber Print lebt, und wenn es einen Grund gibt, einem Medium treu zu bleiben, dann sind das nicht Designelemente oder farbige Fotos, sondern eigene, selbst recherchierte und selbst aufbereitete Inhalte.
Der Recherchejournalismus wird also nicht verloren gehen, weil es immer zumindest einige Anbieter oder Einzelpersonen geben wird, die ihn machen oder machen wollen, und die anderen, die dann auf den fahrenden Zug aufspringen, indem sie die Ergebnisse der Recherche ihres Konkurrenten als eigenes Update der blanken Agenturmeldung weitertragen in die Welt.
 


Auf keinen Fall. Der Recherche-Journalismus wird regelrecht durch zahlreiche Blogs und Portale geweckt, denn es wird immer schwieriger, eine spannende Nachricht auszugraben und sich im Netz Gehör zu verschaffen. Da gehört guter Journalismus dazu! 


Wenn man sich in der Branche umhört, wer noch Arbeitszeit für Recherche abseits von Telefon, Google und den Kaffee-und-Brötchen-Terminen im Kaffeehaus zugestanden bekommt, könnte man durchaus zu diesem Schluss kommen. 


Dazu seinen zwei Stichpunkte genannt:

Data Driven Journalism

http://mmm.verdi.de/archiv/2010/03/titelthema-datenjournalismus/spannende-recherche-im-netz

Wikileaks

http://www.presseschauer.de/?p=1003
 


Dadurch, dass die Menschen durch das Internet immer mehr Möglichkeiten haben, selbst den Journalisten oder Analytiker zu spielen, denke ich, dass sich der Journalismus immer stärker in Richtung zusammenfassende Berichterstattung und Entertainment bewegt, aber auch auf diesem Gebiet habe ich nicht das nötige know-how... 


Nein. 


Ich hoffe nicht! Recherche ist die wichtigste Grundlage eines jeden journalistischen Beitrags. 


Absolut. Die Verlage haben das Internetzeitalter völlig verschlafen. Nun versuchen sie noch einige Schafe ins Trockene zu führen. Aber auch das wird misslingen. Überleben werden nur noch die großen Zeitungen und Magazine. Der totale Abgang ins Netz ist meines Erachtens nur noch eine Frage der Zeit. Natürlich wird es die Zeitung weiter geben. Aber das goldene Zeitalter ist schon lange vorbei und wird auch mit dem iPad nicht neu erfunden werden.

Es wird immer weniger in die Redaktionen gesteckt. Teilweise surfen die Jungens noch mit dem IE5 herum. Überstunden sind Pflicht und werden nicht bezahlt. Bei einer Tageszeitung bekommt ein junger Journalist für 80 Zeilen und selbst geschossenes Bild von der Oma vielleicht 60 Euro Brutto - inklusive Anfahrt. Welcher Freier kann so denn normal arbeiten und dabei noch die geforderte Qualität abliefern?

Im Netz ist es noch schlimmer. Da zählt die Masse und nicht der Content alleine. In einer Online-Redaktion in Hamburg musste ich drei bis vier News / a 2000 Zeichen / zum Mittag "rauskloppen". Da kannst Du nur noch kurz rüberlesen und deinen eigenen Text zusammenschustern. Gegenrecherche ist nicht drin.
 


nein, ohne recherche und analyse würde der journalismus verloren gehen. 


Der ist immer denn verloren, wenn die Analyse keinen Geldgeber findet. Das sind im Zweifel Interessengruppen. 


Ich stelle fest, dass immer mehr Medien zum Großteil auf tiefer gehende Recherche verzichten, um möglicht schnell - am besten vor allen anderen - eine Nachricht verbreiten zu können. Deshalb geht der Recherche-Journalismus aber noch lange nicht verloren. Gerade Magazine, wie z.B. der Spiegel oder das Profil, werden auch heutzutage viel gelesen und bieten recherchierte Artikel mit vielen Hintergründen. Auch wenn der Rezipient über das Internet die Möglichkeit hat, ständig auf dem neuesten Stand zu sein, wird er auch Hintergründe wissen wollen. Es spricht auch nichts dagegen, eine Nachricht zu veröffentlichen und später dazu einen recherchierten Artikel nachzuschieben. 


Er verändert und verlagert sich und unterliegt einem Wandlungsprozess. Zum einen gibt es die Abhängigkeit in der klassischen Finanzierungsform durch Anzeigen, zum anderen bieten sich durch neue Formen wie spendenfinanzierten Journalismus, wie es gerade in den USA geschieht, Möglichkeiten, dem Journalismus wieder die Wächterrolle zukommen zu lassen, die eine wirksame Kontrolle von Machtstrukturen erst ermöglicht. 


Die Versuchung ist groß, sofort etwas im Internet zu publizieren, anstatt abzuwarten und nachzufragen. Es wird immer jemanden geben, der schneller ist bzw nicht abwartet.

Ich schätze den Analyse- und Recherche-Journalismus sehr, weil ich weiß, dass das Informationen sind, auf die ich mich verlassen kann. Dafür bin ich als Leser auch nach wie vor bereit, Geld auszugeben.

Er geht nicht zwangsläufig verloren, es werden einfach mehr, die die schnelle Nachricht verbreiten.
 



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