PSYCHOLOGIE
Wie überragend ist heutzutage Freud?
Gerade die frühen Schriften von Freud sind heute im Lichte der neurobiologischen Forschung noch einmal anders zu bewerten. Für tiefenpsychologisches Verstehen ist er nach wie vor eine Fundgrube, auch wenn sich einige seiner Annahmen heute nicht mehr halten können.
Freud hat ohne Zweifel wichtige Impulse gesetzt, und ich persönlich würde ihn auf keinen Fall unter den Tisch kehren. Für meinen Fachbereich spielt er allerdings keine so große Rolle.
Leider wird in den Medien manchmal Psychotherapie mit Psychoanalyse gleich gesetzt. Für den Klinischen Bereich gibt es allerdings v.a. zur Behandlung von Ängsten und Depressionen mehr Erfolg versprechende modernere Methoden aus dem Bereich der kognitiven Verhaltenstherapie.
Als Grundlagenwerk gehören seine Schriften sicherlich aus historischem Interesse in jede gut sortierte Psychoanalysevorlesung. Aber für die praktische Anwendbarkeit gibt es heute differenziertere Theorien: Heinz Kohut, Stavros Mentzos, Otto F. Kernberg usw.
Er ist wie Jesus Christus. Seine Ideen sind einzigartig, klug, gut beobachtet und absolut nicht beweisbar. In der aktuellen Wissenschaft spielt er nur eine marginale Rolle. Ich würde ihn nur zum Spaß lesen, nicht aber, um Patienten zu behandeln.
Ein Urteil maße ich mir da nicht an, meine Meinung kann ich äußern.
Sigmund Freud ist für seine grundlegenden Arbeiten dauerhaft zu würdigen und zu schätzen. Vieles von ihm hat auch heute noch bestand, Anderes ist im Zuge neuer Forschungserkenntnisse überholt oder widerlegt. Der Wissensschatz in der Psychologie ist mit dem Fortgang der Zeit genauso fortgeschritten wie in anderen Fachbereichen. Freud hat in Vielem einen Grundstein gelegt oder eine Richtung gewiesen. Die Psychologie ist immer auch eine Psychologie der Zeit und der Gesellschaft in der sie verortet ist. Insofern stehen zeitgemäße Sichtweisen, neuere Forschung und deren praktische Anwendbarkeit für mich im Vordergrund.
Freud war und ist wichtig, seine Schriften auch heute noch sehr lesenswert. Er hat viele Grundlagen geschaffen.
Wer soll das bitte sein?
deutlich überbewertet
Freud ? Garnicht.
Er ist verwirrend.
In diesen Ausnahmesituationen der Menschen ist vor allem Menschlichkeitr und Offenheit gefragt - Freud wohl weniger.
Er ist heute allgegenwärtig
Es bleibt sein großes Verdienst, die Macht des Unbewussten und dessen manchmal verborgenen Wirkungsweisen im menschlichen Denken, Fühlen und Handeln erkannt zu haben.
Überholt aber auch in seinem Scheitern großartig. Das, was uns Freud versprach, können wir heute besser einlösen, als er es konnte. Dies schmälert seine Verdienste in keiner Weise. Aber eine Engführung auf die Libido kann halt die umfassende Komplexität des unteilbaren Ganzen nicht zur Gänze erfassen und muß daher notwendig das Ziel verfehlen.
Struktural gesehen hat Freud das jüdische Opfer (wie es z.B. die Genesis als den versuchten Holocaust von Abraham an Isaac beschreibt) einfach umgedreht. Nicht mehr der Vater opfert seinen Sohn, sondern der Sohn bringt (im Ödipus-Komplex) den Vater um.
Freud spaltet die Geister, ohne ihn wäre die moderne Psychologie nicht dort, wo wir uns heute befinden. Er hat eine Menge revolutioniert, auch eine Revolution darf nachgebessert werden.
Meines Erachtens ist es tatsächlich so, dass Freud den Grundstein gelegt hat, nachdem heutzutage noch behandelt wird. Tiefenpsychologie ist zwar ein langwieriges Verfahren, hat jedoch nach meinen Dafürhalten immer noch seine Berechtigung.
Seine Nachfolger, sei es Strukturelle Psychologie nach Rudolf oder auch die Neurosenlehre von E. Jaeggi, waren auch für prägend.
Insofern ist Freud nicht mehr überragend, sondern stützend-basierend.
Freud ist nach wie vor wichtig, auf seinen Erkenntnissen beruhen viele Entwicklungen, auch neurobiologischer Art. Seine Tochter erarbeitete die heute immer noch unschätzbar wertvollen Abwehrmechanismen des Menschen.
Er hat zwar die Basis gelegt, aber viele seiner Ansichten sind völlig veraltet.
Es ist eigenartig, den diese Frage höre ich fast häufiger, als die nach meinem Arbeitsfeld. "Wie denken Sie über Freud?" Meistens wird die Frage mit leichtem Spott gestellt, in der Erwartung, dass man sagt: "Das ist natürlich alles Unsinn." Ich bin kein Freudianer und ich halte die Psychoanalyse für ein Verfahren, das in seiner Reinform nicht mehr dem Stand des heutigen Wissens entspricht. Aber ich bewundere Freud. Er war ein mutiger und er war ein kluger Mann, der die Welt ein wenig verändert hat. Dass vieles heute überholt ist, das ist in jeder anderen Wissenschaft vergleichbar. Newton wird auch als bedeutender Mann gesehen und doch sind wir heute weiter. Wenn man aber bedenkt, auf welches Wissen Freud zurückgreifen konnte, wenn man bedenkt, dass natürlich auch er ein Kind seiner Zeit war und wenn man schließlich sieht, wie faszinierend nah er dem teilweise kam, was uns heute die Neurowissenschaften lehren, dann ist das genial. Nehmen wir zum Beispiel die Dominanz des Unbewussten. Damals eine unerhöhrte Aussage!   | | |
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