ERZIEHUNG
Wäre es gut, wenn Lehrer entsprechend der schulischen Leistungen ihrer Schüler finanziell "belohnt" werden würden?
Absolut. Das Hauptproblem des Schulsystems ist für mich immer noch, dass durch die Verbeamtung schlechte Lehrleistung keinerlei berufliche Konsequenzen hat. Als freiberufler bin ich wenn ich einen miesen Job mache relativ schnell den Kunden los. Verbeamtete Lehrer können bis zum Dienstzeitende katastrophal schlechten Unterricht machen und die einzige Art, einen verbeamteten Lehrer loszuwerden ist die Beförderung...man schreibt ihm also ein Gutachten, das ihn als besseren Pädagogen als Adorno auszeichnet und der Kollege wird dann A14 an einer anderen Schule und man ist ihn los...
Ich denke, die Lernleistung der Schüler und die Lehrleistung der Lehrer würde sich signifikant verbessern, wenn ein schlechtes Abschneiden der Schüler die Beendigung des Vertragsverhältnisses und ein gutes Abschneiden der Schüler eine Prämie bedeuten würde.
Eine leistungsorientierte Bezahlung der Lehrkräfte und die Abschaffung des Beamtenstatus für Lehrkräfte wären zwei wichtige Reformbausteine für die "Schule von Morgen"
Das finde ich absoluten Blödsinn, denn die schulische Leistung eines Schülers oder einer Schülerin hängt nicht allein von den pädagogischen und didaktischen Fähigkeiten eines Lehrers, sondern von vielen anderen Kriterien ab:
1. Persönlichkeit (einigen Schülern macht es Spaß zu lernen, weil sie sich vielleicht gerade für das Thema interessieren, andere haben Schwierigkeiten und setzen sich, wenn überhaupt- nur mit Widerwillen an die Bücher).
2. Umfeld (Freunde, Familie): Die Persönlichkeit bzw. das Verhalten der Freunde und ob sich zu Hause um das Kind gekümmert wird (sowohl schulisch, als auch persönlich, schlägt sich sehr in den Noten wieder - familiäre Probleme führen oft zu nachlassenden Leistungen).
Außerdem: Würde es dieses System geben, wohin würde das führen: Dann würden doch viele Lehrer einfache oder vielleicht bereits besprochene Arbeiten schreiben, nur damit ihre Schülerinnen und Schüler bessere Noten und sie somit mir Geld bekommen. Dem Schüler wäre damit wenig geholfen. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass sich bei einigen Kollegen Frust über Schüler mit schlechten Leistungen bildet und diese eventuell aggressiv darauf reagieren (was das Gegenteil von dem wäre, was erreicht werden soll).
Ich finde es wäre auf ganzer Linie nicht durchsetzbar, denn man kann Noten in Sport nicht mit Noten in Mathe oder Religion vergleichen.   | | |
nein, dann hätte keiner mehr Interesse daran, schwache Schüler zu unterrichten
Nein, das ist empirisch und statistisch nicht zu erheben. Hier wird kein Mehrwert geschaffen, der sich in Zahlen messen lässt.
Wäre dieser Vorschlag nicht eher bei Politikern angebracht?
Es käme im o.a. Fall auf die Eigenschaften des Lehrers an. Welche Wichtigkeit hat der finanielle Aspekt im Hinblick auf die Leistungsmöglichkeit des Schülers
Möglicherweise. Sicher ein Ansatzpunkt der zu überdenken wäre.
Nein, ich denke nicht. Wäre da nicht die Gefahr zu groß, dass Lehrer ihre Schüler grundsätzlich zu positiv bewerten, um damit die Leistung des Lehrers in ein möglichst positives Licht zu rücken?
Das funktioniert -mittelbar- ja schon bei Privatschulen: Je besser die Lehrenden, desto größer der Andrang. Folge: höhere Gebühren. Folge höhere Anforderungen an Lehrende. Folge: höhere Entlohnung. |
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