ERZIEHUNG
Wie gestalten Sie den Unterricht individuell? Wie halten Sie es mit unterschiedlich begabten Schülern in ein und derselben Klasse?
Individuelle Unterrichtsgestaltung ist in der aktuellen Praxis der Schule ein Mythos. Ich empfehle meinen Kunden grundsätzlich Seminargrößen von maximal acht Personen. Nur so kann ich gewährleisten, dass in einer Unterrichtseinheit von 90 Minuten jeder seine Rückfragen stellen und seine persönliche Hilfestellung von mir un den anderen Teilnehmern bekommen kann.
In der Schule habe ich manchmal eine Einzelstunde von 45 Minuten mit 32 Schülern. Davon gehen Rekapitulation der letzten Stunde und Ergebnissicherung am Stundenende ab, dann muss noch in das Stundenthema eingeleitet werden...rechnerisch bleiben dann für jeden Schüler nur ein paar Sekunden individueller Zeit...
Letzendlich schieße ich auf das Zentrum und muss in Kauf nehmen, dass am oberen Ende etwas Langeweile aufkommt und am unteren Ende ein paar Schüler auf der Strecke bleiben...das ist das Selektionsprinzip, was nunmal Teil von Schule ist.
Differenzierte Methodik und Didaktik, z. B. unterschiedliche Gruppenarbeitsformen, differenzierte Aufgabenstellungetc. ermöglichen die erfolgreiche Unterrichtung auch heterogener Lerngruppen
Differenzierung ist immer eine sehr komplizierte Sache (besonders, wenn meine große Klassenstärken hat). Ich gestehe ganz ehrlich: in den meisten meiner Stunden findet keine Differenzierung statt.
Wenn möglich, stelle ich eine Lerntheke bzw. eine Stationenarbeit zusammen, an der ich zusätzlich differenziere. Eine andere Möglichkeit ist, stärkeren Schülerinnen und Schülern Spezialaufträge (z.B. Transfer) als Aufgabe zu geben, welche diese dann vor der Klasse vorstellen dürfen (Wertschätzung). Ich finde es wichtig bei Lerntheke oder Stationenarbeit auch verschiedene Kanäle anzusprechen. Denn ein im Schreiben schwacher Schüler, kann z.B. in Deutsch eine Geschichte eventuell sehr gut in einer Bildergeschichte ausdrücken.
Ich befinde mich in meiner Klasse in der glücklichen Lage eine pädagogische Hilfskraft jeden Tag in den ersten 4 Stunden mit dabei zu haben. Dadurch können wir uns zu zweit sowohl um starke, als auch um schwache Schüler und Schülerinnen kümmern oder ich schicke eine Kleingruppe mit ihr in einen anderen Raum. Dabei widerstrebt es mir jedoch nur die schwachen Schülerinnen und Schüler auszusuchen, da ich diese nicht vor den anderen bloßstellen möchte bzw. somit das Mobbing in der Klasse anheize.
Daher behalte ich in diesem Falle eine kleine gemischte Gruppe und schicke den Rest mit der pädagogischen Kraft in einen anderen Raum.
Eine weitere Möglichkeit der Differenzierung ist das Helfersystem. Dies bedeutet, dass Schülerinnen und Schüler, die mit einer Aufgabe schnell fertig sind, als Helfer für andere fungieren. Sie rennen nicht wahllos durch die Klasse, sondern lassen ihre Hilfe von anderen z.B. durch ein spezielles Handzeichen oder ein kleines Schild anfordern.   | | |
Unterschiedliche Vorkenntnisse können in der Tat den einen oder anderen über- oder unterfordern. In der Praxis haben sich zwei Grundsätze bewährt. Erstens, 'Wir lernen miteinander, keiner hat die Weisheit mit Löffel gefressen' (außer der Dozent natürlich:-) und zweitens, 'Fehler sind erlaubt'.
Konkreter bedeutet individuell gestalteter Unterricht: multisensorischer Unterricht und viel Gruppenarbeit.
Da gibt es den schönen BEgriff der Binnendifferenzierung. Ich bemühe mich, unterschiedlich gestaffelte Aufgaben zu geben. Meine Schüler sind es gewöhnt, sich auch gegenseitig zu helfen.
das ist die größte Herausforderung für mich und habe noch keine geeignete Lösung gefunden. |
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