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Interview mit:

Chris A. Schmidt [dharmawolf] 


BERUF
Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Psychotherapeutin für Hunde - psychologische Beratung f. Menschen
Was haben Sie studiert und warum?
Ich habe Human- und Tierpsychologie an einer renommierten Universität studiert und auch dort promoviert. Zusätzlich habe ich ein Studium der Kinderpsychotherapie absolviert. Warum habe ich dieses Studium gewählt? Nun ja, zunächst wollte ich Veterinärmedizin studieren, habe jedoch nach einigen Semestern festgestellt, dass mich mehr die Psyche der Tiere interessiert. Da es ein entsprechendes Universitäts-Studium in dieser Richtung nicht gab (und bis heute nicht gibt), wählte ich die Psychologie. Hier konnte ich an der Uni noch die Tierpsychologie dazu belegen. Für mich ergaben sich immer schon viele Parallelen von Kindern und Hunden, was die Forschung heute belegt hat. Gerade Adam Miklosi hat, neben anderen, festgestellt, dass Hunde mental und psychisch Kleinkindern sehr ähnlich sind.
Was erwartet man von Ihnen in Ihrer Arbeit? Wie setzen Sie diese Erwartungen um?
Man erwartet von mir Lösungen diverser Probleme, die sich durch die Erziehung oder Haltung von Hunden ergeben haben. Ich bringe zunächst dem Menschen, der Bezugsperson, das Wesen des Hundes und dessen Verhalten im Kontext mit dem Seelenleben des Tieres nahe. Danach arbeite ich mit der Bezugsperson an einer sicheren Bindung (Bindungstheorie) und erst dann - in Zusammenarbeit mit der Bezugsperson wird eine evtl. vorhandene psychische Störung des Hundes therapiert. Für eine Therapie habe ich die I.B.T.H (integrative bindungsorientierte Therapie für Hunde) entwickelt, bzw. für Hunde "umgestrickt".
Ihre Links im Internet (Website, Blog, Social Networks, etc.)
http://dharmawolf.eu http://hundumwissen.tk https://www.facebook.com/wolfscoaching
Sind Sie mit der Erziehung, die Sie erhalten haben, zufrieden?
Sehr zufrieden. Meine Eltern waren immer für mich da und haben mich zu einem Menschen erzogen, der über Empathie und Liebe verfügt. Dafür bin ich ihnen außerordentlich dankbar.
In welchen Bereichen möchten Sie Ihre Ausbildung gerne ausweiten?
Ich bin immer auf der Suche nach "Input" und möchte mein Wissen ununterbrochen erweitern. Ich möchte also meine Ausbildung auf allen Ebenen erweitern.
Auf welchem Gebiet sind Sie gut? Wo müssen Sie sich noch verbessern?
Ich bin gut in meinem "Job" - sagen meine Klienten :-) Dennoch strebe ich natürlich danach, mein Wissen ständig zu erweitern und mich selbst - in allen Bereichen - zu verbessern. Dazu nutze ich Seminare, Weiterbildungen, Literatur, aber ganz besonders das Feedback meiner Klienten (und deren Hunde)
Nehmen Sie an Seminaren oder Kursen teil, um sich in Ihrem Beruf fortzubilden, oder sind Sie Autodidakt?
Wie bereits erwähnt, bin ich der Ansicht, dass man nie auslernt! Ich nutze also alle Möglichkeiten der Weiterbildung, bin aber auch Autodidakt, sonst hätte ich niemals die erste psychotherapeutische Praxis für Hunde entwickeln können.
Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Als ich mich für diese Tätigkeit entschieden habe
Welche Personen haben Sie im Laufe Ihrer Ausbildung bzw. Ihres Studiums nachhaltig beeinflusst?
Meine Eltern, meine Familie, meine Tiere - sie lehrten mich die wichtigsten Dinge: Liebe, Empathie, Gerechtigkeit und Selbstbewusstsein
Mit welcher Art von Menschen fühlen Sie sich wohl, um im Team arbeiten zu können?
Ich umgebe mich mit Menschen, die das gleiche Ziel verfolgen - und davon gibt es bislang nur sehr wenige. Ich arbeite zwar gerne im Team, stelle jedoch enorm hohe Ansprüche an die Mitglieder meines Teams. Mit meiner Tochter arbeite ich sehr gerne und intensiv zusammen. Wir verstehen uns ohne Worte und ergänzen uns hervorragend, insbesondere bei der Beratung von Klienten. Es gab und gibt noch einige sehr wenige Menschen, mit denen ich zusammen arbeite, allerdings eher partiell und nicht ständig. Ich denke auch, dass meine Klienten und ich ein Team bilden, um gemeinsam das Ziel zu erreichen. Dabei arbeiten wir miteinander auf Augenhöhe. Wichtig sind mir Offenheit, Vertrauen und eine Prise Humor.
Welche Ziele haben Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld gesteckt?
Ich will, dass Tiere endlich den Stellenwert in der Welt bekommen, den sie verdienen. Es ist mir natürlich klar, dass ICH das nicht bewältigen kann, also leiste ich meinen persönlichen Beitrag, indem ich möglichst vielen Tieren helfe und dafür sorge, dass es ihnen so gut wie möglich geht - physisch und psychisch. Dazu gehört, dass ich nicht verurteile, sondern einfach mit Rat und Tag den Menschen zur Seite stehe, die meine Hilfe wollen. Mein bzw. unser großes Ziel ist es, hier in Ungarn einen Ort zu schaffen, an dem in entspannter Atmosphäre sowohl Beratungen und Kurse stattfinden, aber auch traumatisierte oder mit psychischen Störungen versehene Hunde ambulant und stationär aufgenommen werden können. Das soll kein Tierschutzprojekt im üblichen Sinne werden, also keine Auffang- oder Vermittlungsstation, sondern eher angelehnt an eine psychische Klinik (wie im Humanbereich) mit Rehabilitation und Therapiemöglichkeiten. Dass dann wohl vermehrt Hunde aus dem Tierschutz aufgenommen werden, liegt leider in der Natur der Sache, da diese (allerdings nicht ausschließlich) häufig unter starken psychischen Störungen leiden und dadurch schwer oder gar nicht vermittelbar sind. Hierbei werden wir auch eng mit einer sehr guten Tierklinik eng zusammenarbeiten, sodass sowohl die körperliche als auch die seelische Komponente jedes Tieres professionell und individuell versorgt und geheilt wird. Dieses Ziel soll bis zum Ende 2017 realisiert werden.
Welche Veröffentlichungen, die in Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen, lesen Sie regelmäßig?
Alles über Kinderpsychologie und die Veröffentlichung entsprechender Forscher wie Miklosi und andere. Ich lese und bilde mir dann meine eigene Meinung, übernehme, was ich für Brauchbar erachte und vergesse den Rest :-)
Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Englisch (während des Studiums) Deutsch (Muttersprache) Spanisch (bin noch dabei) Ungarisch (beginne ich gerade)
Haben Sie eine Website oder einen Blog? Wie haben Sie die Seite erstellt? Erfüllt die Seite den Zweck, für den sie ursprünglich gedacht war?
Sicher - auch hier arbeiten wir jedoch ständig daran, zu verbessern.
Fällt es Ihnen leicht oder schwer, vor Publikum zu reden? Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet gesammelt?
Es fällt mir recht leicht - wenn ich auch vor jedem Seminar oder Vortrag Lampenfieber habe. Ich mag es, mein Publikum einzubeziehen und es zu aktiver Mitarbeit anzuregen. Offenbar mag das Publikum das auch :-)
Nehmen Sie an Cocktails, Präsentationen, Messen und Tagungen statt, die im Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen?
Nein
Haben Sie sich schon einmal auf den Social Networking-Portalen für Experten umgesehen? Wo haben Sie sich registriert?
Sicher habe ich mich umgesehen. Leider gibt es in meiner sehr speziellen Fachrichtung noch keine Experten und demnach auch keine entsprechenden Portale, was eine Registrierung ad absurdum führt
Was unterscheidet Sie von anderen Experten in Ihrem Sektor?
Das ist eine recht böse Frage, denn spontan würde ich ganz arrogant antworten: ... dass ich einmalig bin. Natürlich ist jeder Experte einmalig und das Wort "Experte" hat heutzutage nicht mehr viel mit Wissen oder Erfahrung zu tun. Heute kann sich jeder Experte nennen und viele dieser Exemplare tun nichts weiter, als irgendetwas nachplappern. Dazu kommt noch, dass "mein Sektor" gerade erst im Entwicklungsstadium ist. Diese Frage mag also jeder für sich selbst beantworten.
Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Es verändert meine Arbeitsweise nicht. Über 70 % meiner Arbeit findet über das Internet statt.
Praktizieren Sie Tele-Arbeit, auch Teleworking genannt?
Nein
Glauben Sie, dass Ihre Hobbys dazu beitragen, Ihre professionellen Qualitäten zu steigern?
selbstverständlich, denn mein Beruf ist mein Hobby
Helfen Ihnen Ihre Hobbys dabei, professionelles Networking zu betreiben?
Jein
Würden Sie auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten, wenn Sie im Gegenzug mehr Freizeit hätten?
Nein
Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am wenigsten Spass?
der bürokratische Teil
Abgesehen von Ihrem aktuellen Beruf - hätten Sie gerne noch etwas anderes gelernt?
Wenn ich etwas lernen will, dann tue ich es - ob es mit meinem Beruf zusammenhängt oder nicht, ist nicht relevant
Was ist das Wichtigste, das Sie in Ihrem Beruf mit der Erfahrung gelernt haben?
... dass viele Menschen nicht mehr fähig sind, bedingungslos zu lieben und sich wie Marionetten durch äußere Einflüsse leiten lassen, was mich sehr traurig macht.
Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?
Tierärztin, Reitlehrerin, Hundetrainerin, und vieles mehr.
Sind Sie der Meinung, dass Berufliches und Privates getrennt werden sollte, abgesehen von einigen Ausnahmen?
Das ist in meinem Beruf nur sehr bedingt überhaupt möglich. Es entwickeln sich meistens private Beziehungen zu meinen Klienten. Dennoch schirme ich mein Privatleben weitmöglichst ab.
Wie reagieren Sie auf Kundenbeschwerden?
Ich nehme sie ernst und verbessere, wenn möglich.
Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich entspanne oder bespreche das Stress-Thema mit meiner Familie.
Welche sind die häufigsten Fehler, die Kunden begehen, wenn sie über Ihre Arbeit urteilen?
Es gibt natürlich verschiedene Arten von Feedback. Wenn ein Klient nicht glücklich ist mit dem Ergebnis, vergisst er oft, dass er die Ursache seiner Probleme ist, nicht der Hund. Mein "Job" besteht darin, den Menschen zu einem Umdenken zu bewegen, zu einem Wechsel des Blickwinkels. Manche Klienten erwarten jedoch, dass ich das Denken und Handeln für sie übernehme, dass ich quasi einen Spruch aufsage und alle Probleme sind gelöst. Das kommt jedoch äußerst selten vor, denn ich kläre meine Klienten vorher genau darüber auf, inwieweit er selbst mitarbeiten muss, um zu einem positiven Ergebnis zu kommen. So weiß der Klient, worauf er sich einlässt und kann jederzeit entscheiden, ob er abbrechen oder weitermachen will. Außerdem werde ich in der Regel nur von Menschen angesprochen, die bereits wissen, dass sie die Hauptarbeit haben werden und die gerne mitarbeiten, weil sie eben für sich und ihren Hund ein besseres Leben wollen.
 

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© Chris A. Schmidt
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