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Interview mit Katharina Rosch [journalistinbs] - KREATIVITÄT, DESIGN
 
 
 
 
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Interview mit:

Katharina Rosch [journalistinbs] 


BERUF
Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Journalistin & Grafik-Designerin
Was haben Sie studiert und warum?
Germanistik, Anglistik, Politologie, weil es mich interessiert hat. Habe das Studium aber nicht beendet wegen schlechter Berufsmöglichkeiten damals. Habe dann zwei Ausbildungen (Kaufmännisch und Volontariat Print) absolviert.
Was erwartet man von Ihnen in Ihrer Arbeit? Wie setzen Sie diese Erwartungen um?
Gute Recherche, Stilsicherheit, Rechtschreibsicherheit, guter Schreibstil, übersichtliches Layout, Verantwortung und vieles mehr. Dauernde Weiterbildung, hohe Erwartungen an mich selbst, Selbstreflexion, Sorgfältigkeit, Offenheit, Kreativität.
Ihre Links im Internet (Website, Blog, Social Networks, etc.)
http://www.journalistin-braunschweig.de http://www.journalistin-bs.de http://www.agentur-rosch.de http://journalistin-braunschweig.over-blog.de http://twitter.com/KatharinaRosch
Sind Sie mit der Erziehung, die Sie erhalten haben, zufrieden?
Teils, teils. Aus mir ist immerhin ein selbstständiger und reflektierter Mensch geworden. Dennoch habe ich meine Kinder in mancher Hinsicht anders beispielsweise freier erzogen und immer sehr viel Vertrauen in sie gehabt. Das hat sich ausgezahlt!
In welchen Bereichen möchten Sie Ihre Ausbildung gerne ausweiten?
Ich bilde mich ständig fort. Im vergangenen Jahr im Bereich Web und Gestaltung, in diesem Jahr Fotografie und Social Media. Je nachdem, was ich meine, was ich noch wissen möchte, bilde ich mich weiter.
Auf welchem Gebiet sind Sie gut? Wo müssen Sie sich noch verbessern?
Textlich bin ich sehr stilsicher. Verbessern kann man aber immer vieles! Wer meint, sich nicht verändern zu müssen, bleibt stehen.
Nehmen Sie an Seminaren oder Kursen teil, um sich in Ihrem Beruf fortzubilden, oder sind Sie Autodidakt?
Ich nehme sowohl an Seminaren und Workshops teil und lerne auch autodidaktisch. Ich lese beispielsweise sehr viele Fachbücher und tausche mich mit Kollegen aus.
Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Als mich andere um Rat fragten.
Welche Personen haben Sie im Laufe Ihrer Ausbildung bzw. Ihres Studiums nachhaltig beeinflusst?
Mein Chefredakteur während des Volontariats.
Mit welcher Art von Menschen fühlen Sie sich wohl, um im Team arbeiten zu können?
Mit offenen und kreativen Menschen arbeite ich am liebsten zusammen. Dabei spielt weder das Alter noch das Geschlecht eine Rolle. Weniger gut arbeite ich mit Hardlinern zusammen.
Welche Ziele haben Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld gesteckt?
Ich möchte beruflich was reißen...
Welche Veröffentlichungen, die in Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen, lesen Sie regelmäßig?
Das ist bei mir einfach: Zeitungen und Zeitschriften, Online-Foren etc. Sind von Journalisten geschrieben und von Grafikern, Grafik-Designern etc. gestaltet.
Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Muttersprache Deutsch Zusätzlich Englisch (Schule und Studium) Französisch bis zur zehnten Klasse (nur noch rudimentäre Kenntnisse) Latein (spreche ich aber nicht)
Haben Sie eine Website oder einen Blog? Wie haben Sie die Seite erstellt? Erfüllt die Seite den Zweck, für den sie ursprünglich gedacht war?
Ich habe mehrere Webseiten und zurzeit zwei Blogs. Meine erste Seite habe ich innerhalb des vergangenen Jahres mehrfach geändert, finde sie immer noch ganz leidlich, wenn sie auch nicht suchmaschinen-optimiert ist. Die anderen Seiten sind gerade taufrisch und erfüllen ihren Zweck durchaus. Aber auch da wird sich noch vieles im Laufe der Zeit ändern. "Stillstand ist der Tod"
Fällt es Ihnen leicht oder schwer, vor Publikum zu reden? Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet gesammelt?
Nein, schon länger nicht mehr. Früher war ich sehr schüchtern und konnte nur unter bestimmten Umständen vor vielen Menschen reden. Ich habe schon kleinere Kreise und auch eine Großveranstaltung moderiert, auf Demonstrationen und Podiumsdiskussionen gesprochen.
Nehmen Sie an Cocktails, Präsentationen, Messen und Tagungen statt, die im Zusammenhang mit Ihrem Beruf stehen?
Ja, allerdings nur sehr begrenzt. War lange Zeit alleinerziehend und freiberuflich tätig. Da konnte ich nicht so, wie ich wollte. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden.
Haben Sie sich schon einmal auf den Social Networking-Portalen für Experten umgesehen? Wo haben Sie sich registriert?
Nein, das habe ich noch nicht wirklich getan. Bin aber bei freelancer eingetragen.
Was unterscheidet Sie von anderen Experten in Ihrem Sektor?
Ich analysiere und strukturiere Dinge sehr schnell und arbeite sehr kundenorientiert. Dabei hilft mir meine Menschenkenntnis und meine ausgeprägte Fähigkeit, mich auf andere Menschen einzustellen, ihnen gut zuzuhören und meine Arbeit auf ihre Belange einzustellen.
Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Das Internet hat meine Arbeit völlig verändert. Ich habe für den Print-Bereich gelernt und arbeite heute vorwiegend von meinem Büro aus, schicke Texte, Fotos, Grafiken und andere Dateien per E-Mail zum Kunden, gestalte Webseiten, fülle sie mit Inhalt, was ohne Internet gar nicht wäre.
Praktizieren Sie Tele-Arbeit, auch Teleworking genannt?
Als Feiberuflerin natürlich!
Glauben Sie, dass Ihre Hobbys dazu beitragen, Ihre professionellen Qualitäten zu steigern?
Auf jeden Fall, weil sie mir helfen, ausgeglichen zu sein und über den Tellerrand hinaus zu schauen.
Helfen Ihnen Ihre Hobbys dabei, professionelles Networking zu betreiben?
Auch das, wenn auch nur begrenzt, da ich gerne berufliche Dinge von meinem Privatleben trenne.
Würden Sie auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten, wenn Sie im Gegenzug mehr Freizeit hätten?
Diese Frage stellt sich mir gar nicht.
Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am wenigsten Spass?
Die Bürokratie, also alles, was mit Buchhaltung und dergleichen zu tun hat.
Abgesehen von Ihrem aktuellen Beruf - hätten Sie gerne noch etwas anderes gelernt?
Hm, ich glaube, das was ich lernen will, werde ich auch noch lernen.
Was ist das Wichtigste, das Sie in Ihrem Beruf mit der Erfahrung gelernt haben?
Mich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, auch wenn andere Menschen Stress machen.
Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?
Tierärztin
Sind Sie der Meinung, dass Berufliches und Privates getrennt werden sollte, abgesehen von einigen Ausnahmen?
Ja und nein. Kommt auf die Tätigkeit an. Als ich für die Lokalzeitung im Lokalen gearbeitet habe, funktionierte die Trennung gar nicht mehr. Ich war für die Menschen in meinem Umfeld immer Ansprechpartnerin, auch wenn ich beim Candlelight-Dinner mit meinem Freund im Restaurant saß. Um wieder Privatleben zu haben, habe ich die Stadt verlassen.
Referenzen, Veröffentlichungen, Wettbewerbe, etc.
Auf meinen Webseiten, Braunschweiger Zeitungsverlag, Chexx, Cocktail...
Ihre Bibel?
Habe keine, oder doch: die Laufbibel.
Wie reagieren Sie auf Kundenbeschwerden?
Ich nehme sie ernst. Wenn sich ein Kunde beschwert, ist er unzufrieden. Keine gute Voraussetzung für eine Zusammenarbeit. Ich höre dem Kunden zu und erfahre dann sicher, was er von mir will.
Ein Kollege möchte eine Gehaltserhöhung und bittet Sie um Rat, wie er dieses Thema mit seinem Chef angehen soll. Was raten Sie ihm?
Sachlichkeit. Er soll sich vorher (auf dem Papier oder im Kopf) eine Stichwortliste mit seinen Stärken machen.
Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich kann ihn genießen, wenn er nicht ständig da ist. Positiver Stress pusht mich.
Welche sind die häufigsten Fehler, die Kunden begehen, wenn sie über Ihre Arbeit urteilen?
Gar keine. Wenn meinen Kunden nicht gefällt, was ich gearbeitet habe, habe ich entweder die Fehler gemacht oder die Kunden sind nur anderer Meinung als ich (bei Texten, die meine Meinung ausdrücken beispielsweise).
KREATIVITÄT
Wie kam es, dass eine Person wie Sie kreativ wurde, und warum?
Jeder Mensch ist zunächst erst einmal kreativ. Durch Erziehung und Schule wird leider manchmal etwas davon zunichte gemacht. So war es auch bei mir. Ich habe mir meine Kreativität im Hobby aber immer etwas erhalten können (Malen, Zeichnen, Tagebuch schreiben, Stricken nach eigenen Entwürfen etc.). Außerdem hat mir auch die Erziehung meine Neugierde nicht abgewöhnen können. Ich probiere gerne aus und lerne gerne dazu. Gute Voraussetzungen, um kreativ zu bleiben oder wieder zu werden.
Ihr Verstand ist Ihr Arbeitswerkzeug. Wie pflegen Sie ihn?
Ich versuche gesund zu leben, also mit Bewegung und gutem Essen. Dazu lese ich viel, sehe so gut wie nie fern (habe gar keinen Fernseher) und kippe mich selten mit irgendwelchen Dingen zu. Statt dessen gehe ich lieber mit offenen Augen durch die Welt, unterhalte mich und diskutiere mit anderen Menschen real und virtuell.
Wie verhindern Sie, sich zu wiederholen, in Formeln zu verfallen? Wie wahren Sie die Frische?
Jeder Augenblick ist ein neuer Augenblick. Zwar hilft Routine in bestimmten Bereichen, sie kann aber auch stören. Also immer wieder Dinge ins Bewusstsein holen, sensibel für Neues sein. Keine Dogmen aufstellen.
Welche kulturellen Quellen nutzen Sie bevorzugt?
Ein schönes Schlagwort: kulturelle Quellen. Also Internet ist für mich die wichtigste Quelle derzeit. Aber auch Museen, Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Musik, Gespräche, Veranstaltungen...
Wer waren Ihre Meister bzw. Vorbilder?
In gewisser Weise jeder Mensch, der sich selbst treu geblieben ist. Dazu gehöre Bruno Bettelheim, Arthur Schopenhauer, Astrid Lindgren und noch so viele mehr!
Sie akzeptieren einen Auftrag. Wie bewerten Sie die einzelnen Facetten? Geld, kreative Freiheit, Sichtbarkeit, Kooperation mit den besten Profis...
Das hängt natürlich auch von meiner aktuellen Lage ab. Bin ich gerade schwer beschäftigt, zählt ganz sicher die kreative Freiheit, habe ich gerade kaum Geld in der Tasche, ist das Geld auch kein so schlechtes Argument.
Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass eine Arbeit so aufregend war, dass Sie immer daran denken mussten?
Nur kurzzeitig.
Ideen auf die Welt bringen - Ist das nur ein lustiger Ausdruck, oder gibt es tatsächlich eine Parallele?
Schöne Frage, kann ein Mann so eine Frage überhaupt beantworten? Ja, manchmal sind da wirklich Parallelen. Man trägt sich mit der Idee schwanger, sie muss sich erst entwickeln und wird dann auf die Welt gebracht. Dumm nur, wenn wir sie dann nicht weiter pflegen und aufziehen!
Spiritualität - Steuert sie zu Ihrer Kreativität bei?
Weniger. Oder falls es so etwas gibt nur unbewusst.
Können Sie sich in eine schlechte Idee verlieben, nur weil sie von Ihnen stammt? Wie vermeiden Sie so etwas?
Nur weil eine Idee von mir stammt, muss ich sie nicht lieben! Aber manche meiner Ideen sind wirklich genial!
Benötigt man einen Chef oder "Leader", damit ein kreatives Team funktionieren kann?
Nein, ich denke eher das Gegenteil ist der Fall. Denn ein Chef oder Leader begrenzt die kreativen Ideen.
Seien Sie ehrlich: Für welche Firma oder für welche Person würden Sie gerne arbeiten?
Für Ikea, für Starbucks, für die Zeit, für die TAZ und für sehr viele mehr, die offen sind für schräge oder nicht alltägliche Ideen.
Unter welchen Kriterien suchen Sie sich jemanden aus, den Sie in Ihrem kreativen Team aufnehmen wollen?
Der Mensch muss offen, neugierig und freundlich sein. Natürlich auch was von seinem Fach verstehen.
Der Psychologe im Haus: Ist die Kreativität für Sie ein rebellischer Akt?
Das kann auch mal sein.
Ihr Lieblings-Werbespot, den Sie in der letzten Zeit gesehen haben?
Ikea
Arbeiten Sie gut unter (Zeit)druck?
Zeitdruck kann helfen, Arbeit zu strukturieren. Bei Druck allgemein kann der positiv oder negativ wirken.
Welche Weltstadt reizt Sie derzeit aufgrund Ihres kreativen Ambientes?
Berlin, Paris, New York aber das kreative Ambiente finde ich nicht allein in Weltstädten.
Wie verkauft man eine Idee?
Das kommt doch ganz auf die Idee an.
Was fühlen Sie, wenn Sie Ihre Ideen vor zwei oder drei Jahren sehen?
Manchmal Stolz.
Viele Ideen kommen an verschiedenen Orten auf und werden von unterschiedlichen Personen ausgetüftelt, die untereinander nicht in Verbindung stehen. Wie erklären Sie sich dieses Phänomen?
Zeitgeist. Die Idee war dann einfach fällig.
Sie sind so gut wie Ihre letzte Idee. Würden Sie eine sichere Arbeitsstelle nicht vorziehen?
Ich kenne beide Seiten. Schön ist, wenn man sicher seine Brötchen jeden Tag auf dem Tisch hat. Aber wenn man sich dafür verbiegen muss, schmecken die Brötchen lange nicht mehr so gut. Sich selbst treu bleiben zu können, ist ein hoher Wert. Auf einer festen Stelle bekommt man diese Möglichkeit nicht immer.
DESIGN
Worauf haben Sie sich spezialisiert?
Web
Können wir Ihr Portfolio online sehen?
Ja, auf meinen Homepages
Warum haben Sie sich irgendwann für das Fach Design interessiert?
Weil ich es leid war, wie meine Texte mitunter gestaltet waren. Außerdem hat mich Design schon immer fasziniert. Bei technischen Geräten genauso wie bei Einrichtungen etc.
SCHREIBEN
Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?
Wie wohl jeder: in der Schule. Gelesen wurden sie vom Lehrer. Aber ich habe mich davon glücklicherweise emanzipiert.
JOURNALISMUS
Was ist Ihre Spezialität? Über welche Themen schreiben Sie?
Meine Spezialität sind ganz sicher menschelnde Geschichten. Gleichwohl schreibe ich über fast alle Themen außer Sport.
In welchen Medien haben Sie bisher gearbeitet?
Print und Online
Gibt es eine Website, wo wir etwas von Ihnen lesen können?
Ja, gleich mehrere: www.newsclick.de (immer mal wieder Veröffentlichungen) www.journalistin-braunschweig.de www.journalistin-bs.de www.braunschweig-anders.de http://journalistin-braunschweig.over-blog.de www.chexx.de (Interview mit The Twang) und weitere
Was ist eine Nachricht?
Eine kurze sachliche Mitteilung über ein Geschehnis.
Was ist für Sie Objektivität?
Es gibt keine Objektivität. Aber die Annäherung daran. Wenn ich möglichst neutral über ein Ereignis berichte, viele Seiten beleuchte oder zu Wort kommen lasse, neutrale Worte wähle...
Wie lautet die beste Schlagzeile, den Sie je gelesen haben?
Keine Ahnung.
Wie lautet die Schlagzeile, die Sie eines Tages gerne einmal in den Zeitungen lesen würden?
Auch hier passe ich. Das kommt auf den jeweiligen Zusammenhang an. Aber ich lese – und schreibe – sehr viel lieber positive Schlagzeilen.
Welche Zeitung kaufen Sie sich sonntags? Wo lesen Sie diese?
Keine, ich nutze sonntags das Internet und lese die Zeit vom Donnerstag.
Endet die Meinungsfreiheit dort, wo die Verlagsvorgabe anfängt?
Ja und nein. Die Meinungsfreiheit endet dort, wo ich die des anderen behindere.
Geht langsam der Analyse- oder Recherche-Journalismus verloren?
Man kann mitunter das Gefühl bekommen, dass es so ist. Aber das stimmt nicht. Es gibt sogar Printmedien, die damit immer noch gutes Geld verdienen. Sonst findet wo etwas mittlerweile auch im Internet statt. Sowohl gute Analysen als auch verdammt gute Recherche-Arbeit. Schade, dass einige Verlage meinen, sie könnten mit ihrer Low-Cost-Mentalität punkten. Qualitätsjournalismus kostet Zeit und entsprechend eben auch Geld. Ich bin mir aber sicher, dass sehr viele Leser genau dieses auch honorieren werden.
Wird jeder Mitbürger zum Korrespondenten, wenn er eine Kamera ans Telefon anschließt?
Wurde jeder Mitbüger zum Journalisten, weil es die so genannten Offenen Kanäle mit eigenen Fernseh- und Radiosendern gibt? Wurde jeder Bürger mit Internet-Anbindung zum Journalisten? Nein, mitnichten. Aber jeder Mitbürger kann im Prinzip auch mal diese Rolle einnehmen. Auf die Dauer funktioniert Journalismus nur über die Qualität. Und dazu ist eine fundierte Ausbildung unabdingbar. Geht aber auch über den zweiten Bildungsweg.
Wie erklären Sie sich den steigenden Erfolg der Klatschpresse?
Ablenkung, viele Menschen leben lieber oberflächlich. Ich lese weder Klatschpresse noch gucke ich so etwas im Fernsehen (kann ich auch nicht, hab gar keinen Fernseher).
Welche Einstellung haben Sie zu dem Recht der Prominenten auf Intimsphäre?
Jeder Mensch hat das Recht auf seine Intimssphäre. Allerdings weichen manche Promis dieses Recht selbst auf, indem sie Fotos von Geburten, OPs und dergleichen mehr aus dem Intimbereich veröffentlichen lassen. Wer so etwas tut, braucht sich dann nicht mehr auf den Schutz seiner Intimssphäre berufen. Bei Prominenten, die ihr Privatleben schützen, sehe ich das anders. Und dann gibt es noch die wenigen Ausnahmen, in welchen Promis bestimmte Verhaltensweisen predigen, sich selbst aber nicht daran halten. Die können sich auch nicht darauf berufen. Insgesamt interessiert mich das Privatleben von Prominenten aber genauso wenig wie das meiner Nachbarn.
Was können Sie uns über die Kunst des Interviews beibringen?
Ein Interview erfordert eine sorgfältige Vorbereitung. Ich muss mich mit der Person des zu Interviewenden vorher auseinander setzen, mit der Thematik über die ich das Interview führe ebenfalls. Ohne vorherige Recherche brauche ich gar nicht zu beginnen. Selbst die Fragestellung hängt davon ab. Das Interview selbst ist nicht die große Kunst. Eben ein Frage- und Antwortspiel, für das ich ja den Fahrplan der Fragen habe. Gegebenenfalls kann ich die Fragen ja spontan ergänzen. Die Nachbereitung wird noch einmal spannend.
Bekannte Personen, die Sie schon einmal interviewt haben?
Nena, Hank Twang, Peter Freudenthaler (Fools Garden) und diverse.
Wird der Blog-Journalismus die Berufssparte revolutionieren?
Das hat schon begonnen.
Wird es irgendwann keine gedruckten Zeitungen mehr geben?
Vielleicht wird das so sein. Aber ich werde das wohl nicht mehr erleben. Und darüber bin ich nicht traurig. Eine gedruckte Zeitung ist auch ein sinnliches Erlebnis: die Haptik, der Geruch, die Geräusche...
Was halten Sie von den kostenlosen Zeitschriften, die in den Städten verteilt werden?
Manche leisten gute Arbeit, andere weniger gute. Entsprechend sieht meist die reale Verbreitung aus. Es gibt eine Reihe an kostenlosen Zeitschriften und Zeitungen, die sich echte Redaktionen leisten.
Welches Buch würden Sie gerne schreiben?
Früher eher Romane heute tendiere ich zum Fachbuch.
Hilft Ihnen ein Motto oder ein ethisches Prinzip im wirren Momenten, eine Entscheidung zu treffen?
Mit Sicherheit gibt es solche ethischen Prinzipien, nach denen man sich manchmal mehr oder minder bewusst richtet.
Welchen Rat geben Sie jemandem, der frisch von der Uni kommt und einen Fuß im Journalismus fassen will?
Lesen, lesen, lesen, neugierig sein, hartnäckig immer wieder nach Praktika oder Volontariat fragen. Eigenen Blog schreiben.
 





© Katharina Rosch
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/journalistinbs

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