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Interview mit Karol Kosmonaut [kosmonaut] - KREATIVITÄT, SCHREIBEN
 
 
 
 
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Interview mit:

Karol Kosmonaut [kosmonaut] 


BERUF
Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Fotograf und Schriftsteller. Visitenkarten? So etwas brauche ich nicht. Nicht mit diesem Namen.
Sind Sie mit der Erziehung, die Sie erhalten haben, zufrieden?
Absolut. Nun mühe ich mich, diese Art der Erziehung meinen Kindern angedeihen zu lassen.
Nehmen Sie an Seminaren oder Kursen teil, um sich in Ihrem Beruf fortzubilden, oder sind Sie Autodidakt?
Ich bin Autodidakt. Ob bei der Fotografie, beim Schreiben oder beim Musizieren. Ich habe Probleme, mich bestimmten Anweisungen, Formeln oder Noten zu unterwerfen. Das schien bisher irgendwie die kreative Entwicklung, den Fortschritt, zu behindern.
Fällt es Ihnen leicht oder schwer, vor Publikum zu reden? Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet gesammelt?
Das ist natürlich vom Publikum und der Atmosphäre abhängig. Aber ich denke, dass es mir grundsätzlich nicht schwer fällt. Ich spiele gern mit dem Publikum, versuche es mit einzubeziehen und zu provozieren. Der Dialog ist mir wichtig.
Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?
Ich hatte lange den Wunsch, Regisseur zu werden. Dann wurde Kameramann daraus. Ich lief - wie heute - ständig durch die Gegend, eine imaginäre Kamera vorm Auge. Das wären Filme geworden.
Ihre Bibel?
Wie bitte?
KREATIVITÄT
Wer waren Ihre Meister bzw. Vorbilder?
Ohje, da gab und gibt es sehr viele...
Ist es Ihnen schon einmal passiert, dass eine Arbeit so aufregend war, dass Sie immer daran denken mussten?
Gewiss. Das geschieht ständig.
Spiritualität - Steuert sie zu Ihrer Kreativität bei?
In gewisser Hinsicht schon. Es es ist kein Geheimnis, dass es Dinge gibt, die für manche Menschen sichtbar und für andere wiederum nicht sichtbar sind. Gerade das im Bereich der Literatur und Fotografie künstlerisch zu vermitteln regt besonders an.
Welche Weltstadt reizt Sie derzeit aufgrund Ihres kreativen Ambientes?
Der Berliner muss vermutlich darüber lachen. Aber derzeit verliere ich mich häufig im Trubel von Berlin und bin immer wieder aufs Neue überrascht, welche Facetten diese Stadt zu bieten an.
SCHREIBEN
Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?
Schon als Kind. Begonnen hat das mit Briefen meist an meine Eltern. Dann wurden Storys daraus, längere Geschichten, Krimis, mit denen ich meine Eltern beständig traktierte.
Welche Art Lektüre aktiviert in Ihnen die Lust, zu schreiben?
Philosophische Werken stehen da an erster Stelle.
In welchen Schuhen fühlen Sie sich wohl? Erste Person oder dritte Person?
Hm, eine schwere Frage. Das ist abhängig von der Handlung und den Abläufen. Aber ich würde sagen, dass die erste Person ein breiteres erzählerisches und emotionales Spektrum bietet.
Ist Schreiben eine persönliche Therapie? Sind interne Konflikte eine kreative Antriebskraft?
Nein, eher weniger.
FOTOGRAFIE
Haben Sie eine Online-Galerie, wo wir Ihre Fotos sehen können?
Ja, natürlich. Eine kleine Auswahl meiner Fotoarbeiten ist auf meiner Website unter www.unsaniert.com zu finden.
Seit wann fotografieren Sie? Wie begann Ihre Liebe zur Fotografie?
Ich begann mich recht früh für das Fotografie zu interessieren. 1986 spielte ich schon mit einer geschenkten Beirette-Kamera herum und experimentierte. Kameraarbeit im weiten Sinne hat mich stets fasziniert. Schon als Kind wollte ich Kameramann oder Regisseur werden. Als ich ein paar Jahre später durch einen glücklichen Zufall an eine Practica-Kamera geriet und dann Dauergast in der Dunkelkammer meines Bruders war, gab es kein Halten mehr. Der Fotografenblick entwickelte sich von Tag zu Tag weiter.
Haben Sie eine Ausbildung als Fotograf?
Nein, das war für mich nicht wichtig. Nötiges Fachwissen eignete ich mir selbst an. Ob eine derartige Ausbildung letztlich das Gespür für eine Situation, für ein gutes Motiv oder den richtigen Blick positiv beeinflusst, halte ich für fraglich.
Haben Sie bereits an Ausstellungen teilgenommen?
Ich durfte an einigen Ausstellungen teilnehmen, so z.B. beim Verein zur Förderung der Medienkunst und -kultur e.V. in Leipzig oder im Rahmen der Initiative Kunst:offen Sachsen in Riesa. Außerdem veranstaltete ich die Ausstellung "Shit Happens" und zuletzt im Juli 2011 in Dresden eine Ausstellung zum Thema "Armut als historischer Begriff". Im kommenden Jahr wird es Ausstellungen in Berlin sowie in Leipzig geben.
Welche Art Fotografie bevorzugen Sie?
Ich lege mich nicht fest. Der Moment und das Gefühl entscheiden. Es gibt da sicher einige Faktoren, die Einfluss haben. Das ist jedoch stets situationsabhängig. Allerdings spüre ich derzeit einen Hang hin zur Schwarz-Weiß-Fotografie - die Intensität, das Spiel von Licht und Schatten, von Kontrasten und Konturen lässt sich monochrom wunderbar vermitteln.
Fotografieren Sie mit einem Vorsatz im Hinterkopf, oder lassen Sie sich von den auftretenden Umständen geleiten?
Eine treffende Frage, die sich mir immer wieder aufs Neue stellt. Meist sind es tatsächlich die Umstände, die mir suggerieren, spontan in diesem Moment und genau so den Auslöser zu betätigen. Doch gibt es auch Themen, die mich beschäftigen und die ich künstlerisch zu erfassen versuche. Das bedarf einer gedanklichen und organisatorischen Vorbereitung. So arbeite ich zum Beispiel seit geraumer Zeit an einem Projekt über das Recht eines jeden Menschen, zu Wohnen. Das braucht Struktur und planmäßiges Arbeiten.
Sehen Sie sich eher als Techniker oder als Künstler?
Die Antwort fällt eindeutig aus: Fotografie ist und wird für mich stets Kunst sein. Ich habe das Fotografieren nie anders interpretiert, es geht mir nicht um die technische Perfektion. Ich möchte den Betrachter meiner Fotos auf emotional, nicht auf "handwerklicher" Ebene erreichen. Eine - im konventionellen Sinne - technisch fehlerhafte Fotografie kann gefühlsmäßig wirksamer sein, als ein technisch fehlerloses Bild, stellte Andreas Feininger einmal absolut treffend fest.
Wie entwickelt sich der Instinkt, um zu wissen, wann man den Auslöser betätigt?
Oh, eine interessante Frage. Im Laufe der Jahre musste ich lernen, das klingt für Sie jetzt vielleicht seltsam, Skrupel abzulegen. Scham und Skrupel, im Sinne gesellschaftlicher Normen und Vorstellungen, hemmen nach meiner Erfahrung die Arbeit eines Fotografen.
Genießt die Fotografie in den Museen für zeitgenössische Kunst die Anerkennung, die ihr zusteht?
Zu meiner Freude stelle ich fest, dass Fotografie mehr und mehr an Stellenwert gewinnt. Die Basis dieser Entwicklung war ohne Frage die Gründung des Bauhauses und deren Werklehre.
PERSÖNLICHKEIT
Wie stehen Sie zu den beiden Aussagen "Arbeiten um zu Leben" bzw. "Leben um zu Arbeiten"?
Ich wähle die erste Aussage.
Welche Techniken setzen Sie ein, um sich zu entspannen, wenn Sie unter Druck stehen?
Musik ist ein wunderbares Heilmittel.
Sind Sie nach irgendetwas süchtig?
Um Gottes Willen, ja! Das Beginnt bei visuellen Reizen und endet bei einer guten Tasse Espresso.
Wohin auf der Welt würden Sie ziehen, ohne einen Augenblick zu zweifeln?
Nach Lappland.
IDEEN
Gibt es Außerirdische?
Gibt es sie denn nicht?
KULTUR
Was haben Sie auf Ihrem MP3-Player?
Oh, viel zu viel.
PHILOSOPHIE
Was ist für Sie das gute Leben?
Dieses.
Gibt es eine Seele?
Mit absoluter Sicherheit.
Ihre guten und schlechten Eigenschaften?
Das wollen Sie nicht wirklich wissen...
Drei Wörter, die heutzutage sehr wichtig sind:
Liebe, Frieden, Stille
ERINNERUNGEN
Dinge, die Sie definitiv tun wollen, bevor Sie sterben:
Leben.
 





© Karol Kosmonaut
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/kosmonaut

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