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Interview mit Ellen Thimm [leseratte66] - MODEL, HARMONIE
 
 
 
 
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Interview mit:

Ellen Thimm [leseratte66] 


BERUF
Was ist Ihr Beruf? Was steht auf Ihrer Visitenkarte unter Ihrem Namen?
Ich arbeite als Lehrerin und ich hasse Visitenkarten
Was haben Sie studiert und warum?
Deutsch, Geschichte und Erziehungswissenschaft (Pädagogik und Psychologie), weil ich einen Lehrer hatte, der mich dazu inspiriert hatte.
Was erwartet man von Ihnen in Ihrer Arbeit? Wie setzen Sie diese Erwartungen um?
man erwartet mein Bestes, und ich bin gern bereit, das zu geben. Es geht immerhin um die nächste Generation!
Sind Sie mit der Erziehung, die Sie erhalten haben, zufrieden?
Ja, ich habe noch ein klassisch humanistisches Gymnasium besucht, wir haben die alten Völkermythen studiert, Lateinunterricht gehabt, eben eine klassisch humanistische Bildung erhalten. Ich fand die Verlinkung von Latein, Religion, Geschichte und Allgemeinbildung immer am interessantesten.
In welchen Bereichen möchten Sie Ihre Ausbildung gerne ausweiten?
Kunstgeschichte, Politik, Soziologie
Auf welchem Gebiet sind Sie gut? Wo müssen Sie sich noch verbessern?
Meine große Stärke ist es, auch unlustige Schüler zu motivieren und vermeintlich schwache Schüler dazu zu bringen, sehr gute Arbeiten abzuliefern. Ich habe eine sehr gute Menschenkenntnis. Verbessern möchte ich gern meine Einstellung den verwaltungstechnischen Aspekten meines Berufes gegenüber.
Nehmen Sie an Seminaren oder Kursen teil, um sich in Ihrem Beruf fortzubilden, oder sind Sie Autodidakt?
sowohl als auch.
Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Darauf habe ich ehrlich gesagt nicht geachtet.
Welche Personen haben Sie im Laufe Ihrer Ausbildung bzw. Ihres Studiums nachhaltig beeinflusst?
mein Lateinlehrer, der eine unglaubliche Allgemeinbildung hatte, mein Professor der Pädagogik, der mir damals erzählen wollte, mit Kind sollte ich doch mein Studium abbrechen - da kam der Gedanke "dir zeig ich's" hoch.
Mit welcher Art von Menschen fühlen Sie sich wohl, um im Team arbeiten zu können?
mit Menschen, die ihren Beruf ernst nehmen
Welche Ziele haben Sie sich in Ihrem beruflichen Umfeld gesteckt?
ich möchte mich weiter verbessern und ich hoffe, ich kann dazu beitragen, dass die Schüler, die aus unserer Schule entlassen werden, mehr mitbekommen haben als bloße Wissensvermittlung.
Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Deutsch, Englisch, Latein und Französisch auf der Schule, Niederländisch habe ich früher in den Ferien gelernt.
Fällt es Ihnen leicht oder schwer, vor Publikum zu reden? Welche Erfahrungen haben Sie auf diesem Gebiet gesammelt?
damit habe ich kein Problem. Wir mussten im Studium einen Rhetorikkurs belegen, und die Prüfung bestand darin, vor einem voll besetzten Auditorium vor einer Videokamera eine Rede zu halten. Danach schockt einen nichts mehr!
Was unterscheidet Sie von anderen Experten in Ihrem Sektor?
Ich denke, ich möchte den Schülern mehr vermitteln als bloßes Wissen und von der Grundhaltung her habe ich viele humanistisch-christliche Werte.
Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Es hilft mir, schneller und aktueller auf Informationen zugreifen zu können. Wenn ich noch an die Studienzeiten denke, als aktuelle Veröffentlichungen per Fernleihe bestellt werden mussten...
Würden Sie auf einen Teil Ihres Gehaltes verzichten, wenn Sie im Gegenzug mehr Freizeit hätten?
Die Frage stellt sich mir nicht. Ich muss viel arbeiten, habe aber im Gegenzug auch viel frei.
Welcher Teil Ihrer Arbeit macht Ihnen am wenigsten Spass?
Der Verwaltungskram - Listen führen, Berichte schreiben etc.
Abgesehen von Ihrem aktuellen Beruf - hätten Sie gerne noch etwas anderes gelernt?
Psychologie nicht nur als Beifach, Medizin hätte mich auch sehr interessiert, Politologie, Soziologie, Kunstgeschichte, Philosophie. Vielleicht nach dem Arbeitsleben.
Was ist das Wichtigste, das Sie in Ihrem Beruf mit der Erfahrung gelernt haben?
Menschenkenntnis.
Was wollten Sie werden, als Sie noch ein Kind waren?
Das Gleiche, was ich geworden bin.
Sind Sie der Meinung, dass Berufliches und Privates getrennt werden sollte, abgesehen von einigen Ausnahmen?
Das ist mir persönlich wichtig. Ich möchte mit meinen Kollegen gut auskommen, aber ich halte mein Privatleben getrennt davon.
Ihre Bibel?
die Bibel. Lässt man mal die ganzen blutrünstigen Geschichten weg, hat man da einen erstaunlichen Wissensschatz an der Hand. Sozusagen eine Handlungsanweisung, wie man mit sich selbst und den Menschen umgehen sollte.
Ein Kollege möchte eine Gehaltserhöhung und bittet Sie um Rat, wie er dieses Thema mit seinem Chef angehen soll. Was raten Sie ihm?
In solchen Dingen kann man keinem einen Rat erteilen, jeder Mensch ist anders und agiert und reagiert anders.
Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich nehme mir regelmäßig Auszeiten für mich und meditiere.
MODEL
Was waren Ihre schönsten oder speziellsten Arbeiten, die Sie im Laufe Ihrer Karriere gemacht haben?
Der schönste Augenblick für mich ist der, wenn ich regelrecht zusehen kann, wenn es bei meinen Schülern "klick" macht. und sie etwas sehr Schwieriges verstanden haben. Oder wenn ich Texte eingereicht bekomme, von denen man normalerweise denken würde, in solch einer Tiefe können Jugendliche /junge Erwachsene gar nicht denken oder schreiben. Und sie können es doch!
HARMONIE
Was ist Ihre Spezialität? Wie helfen Sie den Menschen, Harmonie zu finden?
ich bin selbst ausgeglichen. Harmonie findet man, wenn man mit sich selbst im Reinen ist. Das müssen viele erst lernen.
Welche Umstände führten Sie dazu, den beruflichen Weg einzuschlagen, den Sie gewählt haben?
das wollte ich schon früh machen. Zwischendurch lief längst nicht alles glatt. Das Geheimnis ist, aufzustehen, weiterzumachen und sich nicht entmutigen lassen.
Was ist Glück? Was ist das wesentliche Hindernis, das es so schwer macht, glücklich zu sein?
Glück bedeutet für jeden Menschen etwas anderes. Mein Glück ist es, im Hier und Jetzt die Zufriedenheit zu finden, dass ich die Chance habe, jungen Menschen ins Leben zu helfen, die es vielleicht mal besser machen können in den Dingen, die unsere Generation nicht geschafft hat. Das wesentliche Hindernis ist die Suche nach dem Glück, die uns blind macht für die guten Dinge, die wir schon haben.
Denken wir zu viel nach? Warum ist es so schwierig, das Hier und Jetzt zu spüren?
Viele Menschen packen ihren Tag so zu, dass sie rein zeitlich gesehen unfähig sind, den Augenblick zu spüren. Man sollte sich bewusst Zeit für sich nehmen. Man sollte sich an den kleinen schönen Dingen das Alltags erfreuen.
Was tun Sie, um aus der Hoffnungslosigkeit, der Gleichgültigeit oder aus dem Gefühl, versagt zu haben, herauszukommen?
Jeder Rückschlag bietet eine Chance. Man muss sie nur erkennen. Hoffnungslosigkeit und Gleichgültigkeit kenne ich nicht an mir.
Meditieren und beten - sind dies kulturelle Varianten, die das gleiche beinhalten?
ja. Es geht darum, in sich zu horchen, still zu werden, sich versenken zu können. Spüren, dass es außer mir noch vieles anderes gibt.
Ist Glauben notwendig, damit Spiritualität funktioniert?
"Glauben" im Sinne von "an etwas glauben" ja, sonst schneidet man sich selbst vom Fluss der Lebensenergie ab.
Ist es nötig, einen Meister zu haben, um den Weg zu finden?
nicht in dem Sinne, dass jemand einen unterrichtet. Sicher in dem Sinne, dass man oft das Glück hat, auf Menschen zu treffen, die einem persönlich weiterhelfen können.
Ist ein guter Vorsatz notwenig, um den Sinn des Lebens zu finden?
da der Sinn des Lebens für jeden anders aussieht, wird auch ein wie auch immer gearteter Vorsatz anders aussehen. Ich denke, man kann seinen persönlichen Sinn des Lebens auch einfach im Lauf seines Lebens entdecken - wenn man sich darauf einlässt.
Ist es weise, an Dinge zu glauben, die nicht existieren, wenn diese dabei helfen, glücklich zu sein?
Wer sagt mir, was existiert und was nicht? Es gibt beispielsweise die Vorstellung, dass unser aller Leben nur im Traum des Großen Träumers existiert. Weiß ich, dass es nicht so ist? Daher erübrigt sich für mich diese Frage, solange die Frage der Existenz nicht zufriedenstellend beantwortet werden kann.
Was ist der Unterschied zwischen Spiritualität und Religion?
Spiritualität ist eine Möglichkeit, die eigene Mitte zu finden und sich selbst weiterzuentwickeln. Religion hat bei mir immer einen faden Beigeschmack.
Ist Gott eine Idee? Ist Gott im Geist?
Hier sind wir wieder bei der Existenzfrage. Solange mir niemand beweisen kann, dass ich als Mensch in dieser Welt existiere und dies alles nicht selbst eine Illusion ist, solange ist auch die Gottesfrage ungeklärt. In der Kabbala ist der Geist Gottes aufgeteilt in sieben Geister, jeder ist für einen anderen Bereich zuständig. Viellleicht ist Gott ein "IST"?
Was ist Ihr Konzept vom freien Willen versus Schicksal, Karma?
Wir haben einen freien Willen, müssen aber damit rechnen, dass jede unserer Handlungen Konsequenzen haben wird. Deshalb wäre es vielleicht sinnvoll, sich seine Handlungen genau zu überlegen.
Geben Sie uns einen Beweis, dass die Seele existiert.
Geben Sie mir einen Beweis, dass Sie existieren. Dann gebe ich Ihnen einen für die Seele.
Was geschieht mit uns, wenn wir tot sind?
darauf bin ich auch mal sehr gespannt. Das letzte ungelöste Rätsel der Menschheit!
Glauben Sie an das Gesetz der Attraktion? Ziehen wir das an, was wir denken?
in diesem Punkt habe ich schon zu viel erlebt, als dass ich es leugnen könnte.
Wie hält man die Harmonie zwischen Körper und Seele aufrecht?
indem der eine auf die andere hört und umgekehrt.
Bremst positives und kreatives Denken den Alterungsprozess?
ich fürchte, das rein körperliche Alter können wir noch nicht besiegen. Ich kann aber im Geist jung bleiben. Und da wird es förderlich sein.
Gibt es eine falsche Seite des positiven Denkens? Eine Obession, um Glück vorzuspielen, die nicht gesund ist?
Ja, ich kenne einige Menschen, die mit aller Gewalt ihre heile Fassade konstruieren. Das ist kein positives Denken. Das ist entweder die Weigerung, den Tatsachen ins Gesicht zu sehen oder der Versuch, den anderen etwas vorzuspielen, um besser dazustehen.
Ihre kleine Liste mit gesunden Gepflogenheiten:
regelmäßige Auszeit für mich selbst nehmen, sich Zeit lassen, sich nicht unter Druck setzen lassen, den Augenblick genießen, sich an kleinen Dingen erfreuen, Meditation
Wie hilft Ihnen die Spiritualität bei Ihrer Kreativität?
indem ich nicht krampfhaft suche, sondern warte, bis ich finde.
ERZIEHUNG
Welche Fächer unterrichten Sie? Wer sind Ihre Schüler?
Deutsch und Geschichte, Klasse 7 - 13
Gibt es einen Link, wo wir sehen können, was Sie tun, oder an welcher Schule Sie unterrichten?
nein
Welche Erfahrung aus der Vergangenheit inspirierte Sie dazu, Lehrer zu werden? Wie spürten Sie, dass Sie die Berufung zum Lehrer haben?
Ich hatte viele Lehrer, die gar keine Motivation hatten und dachte, das kann man besser machen. Ich sah, dass ich eine große Begabung dazu habe, Menschen zu motivieren und ihnen etwas beizubringen.
Welches Vorbild hat einen ganz besonderen Einfluss auf Sie gehabt und warum?
Meine beiden Lateinlehrer. Sie waren sehr streng, sehr menschlich, sehr konsequent und haben durch ihre Begeisterung am Thema uns Schüler begeistern können.
Wie würden Sie Ihre Lehr-Philosophie beschreiben?
Maria Montessori: Hilf mir, es selbst zu tun. Ich möchte den Schülern durch meine Einstellungen und Handlungen ein Vorbild zu sein. Mir geht es nicht nur um die Wissensvermittlung, sondern auch und vor allem um die Achtung der Persönlichkeit der mir anvertrauten SChüler.
Welcher Aspekt Ihres Berufes stellt für Sie eine besonders große Herausforderung dar?
die Verbindung von Leistungserwartung und Menschlichkeit
Welche Art von Beziehung bauen Sie zu Ihren Schülern auf?
ich denke, eine sehr vertrauensvolle. Es ist immer eine Gratwanderung zwischen Nähe und Distanz
Was ist das Geheimnis, um Schüler neugierig auf den Lehrstoff zu machen?
man muss selbst Spaß daran haben. Begeisterung steckt an.
Welche Kriterien haben Sie bezüglich der Hausaufgaben und Benotung?
ich erwarte von jedem, dass er sein Bestes gibt. Das kann je nach Leistungsstand und persönlicher Verfassung unterschiedlich sein. Bei Prüfungen und Klausuren bin ich natürlich an Vorgaben gebunden.
Kann man Kreativität lehren bzw. erlernen? Wie?
da bin ich überfragt. Es kommt mit der Zeit, wenn man sich überlegt, wie man den Schülern das Thema näher bringt. Vielleicht sollte man nicht vergessern, wie man selbst in dem Alter auf diese Themen reagiert hat und was einen selbst motiviert hat.
Wie verschaffen Sie sich Respekt in der Klasse? Was tun Sie, wenn Probleme hinsichtlich der Disziplin auftreten?
Auch wenn es sich arrogant anhört: Ich habe damit keine Probleme. Ich stelle am Beginn des Jahres klare Regeln auf, und meine Schüler sehen, dass ich es ernst meine und halten sich daran. Dafür sehen sie andererseits, dass ich auch sie mit Respekt behandele.
Wie gestalten Sie den Unterricht individuell? Wie halten Sie es mit unterschiedlich begabten Schülern in ein und derselben Klasse?
Da gibt es den schönen BEgriff der Binnendifferenzierung. Ich bemühe mich, unterschiedlich gestaffelte Aufgaben zu geben. Meine Schüler sind es gewöhnt, sich auch gegenseitig zu helfen.
Was erwarten Sie von Ihren Vorgesetzten? Welche Qualitäten schätzen Sie an der Person, die Ihre Schule leitet?
Ich erwarte Kollegialität, Führungskompetenz und schätze es, wenn diese selbst das vorleben, was sie von anderen erwarten.
Welche Diskussionsthemen bezüglich des Lehrstoffes und des Unterrichtens sind besonders interessant für Sie?
Mich interessiert besonders der psychologische Aspekt des Lehrens und Lernens sowie die soziologischen Aspekte des Unterrichtens.
Wäre es gut, wenn Lehrer entsprechend der schulischen Leistungen ihrer Schüler finanziell "belohnt" werden würden?
nein, dann hätte keiner mehr Interesse daran, schwache Schüler zu unterrichten
Was fehlt in den Schulen der heutigen Zeit abgesehen von mehr Ressourcen?
leider oftmals die MEnschlichkeit. Viele sehen im UNterricht nur die Wissensvermittlung und vergessen dabei, dass ihnen auch die Seelen und die Erziehung der Schüler anvertraut sind. Dabei kann man viel kaputt machen, wenn man beispielsweise einen Schüler vor der Klasse bloß stellt.
Welche Technologie setzen Sie normalerweise in Ihren Unterrichtsklassen ein?
Beamer, Computer, Internet, Filme.
Muss man die Schule, ihre Methoden und Ziele neu überdenken in Anbetracht der neuen Technologien?
man sollte in den Unterricht auch die Erziehung zur Medienkompetenz integrieren.
Wie würde die ideale Schule aussehen, wenn Sie so eine selber erschaffen könnten?
die Schüler-Lehrer-Relation wäre optimaler, es gäbe einen Schulpsychologen und einen Sozialpädagogen, außerdem die Verknüpfung mit praktischen Arbeiten.
Was glauben Sie, wie eine Schule in 20 Jahren aussehen wird?
ich fürchte, nicht viel besser als jetzt. Es wird viel gefordert und wenig getan.
Welche persönlichen Ziele haben Sie sich gesteckt? Was würden Sie gerne in fünf Jahren tun?
dieser Beruf ist für mich meine Berufung. Ich möchte ihn weiterhin ausüben und hoffe, dass ich nicht in Routine erstarre, sondern offen bleibe und mich verbessere.
Welche Qualitäten muss jemand haben, um den Beruf des Lehrers ergreifen zu können?
in erster Linie Fachkompetenz, aber vor allem auch Interesse an Menschen, Menschlichkeit und eine gefestigte, starke Persönlichkeit. Denn man sollte nicht vergessen: Bei allem Spaß, den dieser Beruf macht, kann er auch stressig sein.
PERSÖNLICHKEIT
Welche Hobbys haben Sie?
Lesen. Ich liebe es, mich in Bücher zu versenken. Kochen. Auszeit für alles, sich aufs Wesentliche konzentrieren. Mit dem Reisemobil mit meinem Mann wegfahren. Einfach dahin, wo es schön ist. Ruhe genießen. Mit mir allein sein. Auch das braucht man mal.
Welcher Schauspieler wären Sie gerne?
Katherine Hepburn. Eine Frau, die auf die Konventionen gepfiffen hat und das tat, was sie für richtig hielt.
Welches Buch, welche CD und welchen Film würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Buch: Die Bibel, CD: Nights of the Alhambra, Film: Die Frauen
Wie stehen Sie zu den beiden Aussagen "Arbeiten um zu Leben" bzw. "Leben um zu Arbeiten"?
ganz klar arbeiten, um zu leben. Da ich keine reiche Erbin bin, muss ich arbeiten, habe aber den unschätzbaren Vorteil, dass ich meinen Job liebe.
Welche Techniken setzen Sie ein, um sich zu entspannen, wenn Sie unter Druck stehen?
Meditation, Autogenes Training.
Ein kleiner Genuss, der für Sie enorm groß ist?
Den Augenblick schätzen können. Nicht dauernd suchen, sondern sich freuen, schon gefunden zu haben.
Was war der größte Verlust, den Sie in Ihrem Leben erlitten haben?
Der Verlust der kindlichen Naivität und Unschuld. Wir als Erwachsene sind meist immer weniger imstande, das Leben so zu bestaunen, wie Kinder es tun.
Wie reagieren Sie auf Telemarketing-Anrufe?
gar nicht - ich lege auf.
Sind Sie Ex-Raucher? Wie haben Sie es geschafft, mit dem Rauchen aufzuhören?
ich bin froh, dass ich nie angefangen habe.
Fünf Uhr nachmittags an einem typischen Sonntag - was machen Sie gerade?
wahrscheinlich mit meiner Familie kochen oder essen.
Ein Gebiet, auf dem Sie völlig unerfahren sind?
Luft - und Raumfahrttechnik
Sind Sie nach irgendetwas süchtig?
Gott sei Dank nicht
Sie gewinnen neun Mal hintereinander im Roulette. Machen Sie weiter, weil Sie eine Glückssträhne haben, oder hören Sie auf, weil Sie statistisch gesehen jetzt verlieren müssten?
ich würde gar nicht spielen, da kenne ich bessere Methoden, mein Geld zu verjubeln, zum Beispiel einen schönen guten schottischen Whisky zu kaufen!
Mit welchem Spielzeug haben Sie in Ihrer Kindheit am liebsten gespielt?
ich habe mir vier Jahren angrfangen zu lesen, und das war immer mein liebstes Hobby
Wie war Ihr Lieblingslehrer an der Schule?
mein Lateinlehrer, der uns damals schon fächerübergreifend auch Religion, Philosophie, Kunstgeschichte und Architektur beigebracht hat.
Wie haben Sie Ihren aktuellen Partner kennen gelernt?
ähäm, ich war zwölf, er 13, wir sind immer noch zusammen.
Was war Ihr erstes Auto?
ach, herrlich nostalgisch. Ein alter VW Käfer! dem trauere ich heute noch nach
Ihre Vorsätze für das neue Jahr?
keine. Die meisten würde man sowieso nicht durchhalten. Warum sich also unnötigen Stress machen?
Gibt es einen Aberglauben, der Sie dazu bringt, Ihr Verhalten zu ändern?
Nein. Ich weiß aber, dass es Dinge gibt, die man rational nicht erklären kann.
Ist das Sternzeichen hilfreich für Sie, um das Verhalten der Menschen zu verstehen?
Nein. Am ehesten kann man die Menschen verstehen, wenn man sie beobachtet und ihnen unvoreingenommen begegnet.
Gibt es etwas, das Sie noch nicht gemacht haben, aber definitiv in Ihrem Leben irgendwann einmal machen wollen?
ja, bei bester Gesundheit 100 Jahre alt werden.
Was ist die beste Nachricht, die Sie in Ihrem Leben gelesen haben?
Die Freilassung Nelson Mandelas.
Wohin auf der Welt würden Sie ziehen, ohne einen Augenblick zu zweifeln?
Schottland
Eine schlechte Angewohnheit, die Sie überwunden haben?
alles auf die lange Bank schieben - es rächt sich irgendwann!
Ein Wort oder ein Spruch, den Sie lieben?
Der Weg ist das Ziel
Ein Wort oder ein Spruch, den Sie hassen?
damals, als ich noch jung war.... war alles besser/ anders/ (beliebig ergänzbar)
Was ist Ihr Lieblingshaustier?
Hund. Treu, ehrlich.
Was werden Sie wohl als Rentner machen?
noch einmal studieren, und zwar die Fächer, für die früher leider keine Zeit war
Wer würden Sie gerne sein, wenn Sie noch einmal auf die Welt kommen würden?
ich. Und am besten mit den Erkenntnissen, die ich in diesem Leben sammeln konnte.
KULTUR
Was haben Sie gerade in Ihrem Portemonnaie?
ca. 30 Euro.
Was haben Sie auf Ihrem MP3-Player?
schottische und keltische Musik.
Welche Bücher lesen Sie zur Zeit?
Ken Follett, "The Pillars of the Earth", Thomas Mann, "Die Buddenbrooks", Theodor Fontane, "Schach von Wuthenow"
Orte auf dieser Welt, die Sie vor kurzem besucht haben:
Bosnien, Kroatien, Slowenien in den Sommerferien mit dem Reisemobil.
Welchen Film können Sie sich immer und immer wieder ansehen?
George Cukor: Die Frauen.
Mac oder PC? Warum?
ist mir egal, Hauptsache, er läuft.
Wie schlagen Sie die Zeit tot?
brauche ich nicht. Es ist purer Luxus, auch mal Zeit und Ruhe für sich zu haben. Einfach still sein und nichts tun.
Was kommt nach der Konsumgesellschaft?
Ich hoffe mal, etwas, wo sich die Menschen nicht gegenseitig versuchen, zu zerfleischen.
Finden Sie, dass die Werbung in den Medien langsam Überhand nimmt?
ja, man wird regelrecht zugemüllt davon.
Gibt es zu viel Sex und Gewalt in den Medien?
ich denke, das Problem ist eher, dass der überwiegende Teil aller Filme und Zeitschriften sich immer noch an die Zielgruppe jung und männlich richtet.
Welche Lieblingsfächer hatten Sie in der Schule?
Latein, Deutsch, Geschichte, Politik
Glauben Sie, dass Videospiele, Chats, etc. Jugendliche abhängig machen können?
erstens das, zweitens finde ich es bedenklich, dass viele keine zwei Minuten verbringen können, ohne auf Facebook ihre Nachrichten zu checken.
Hat ein Buch über persönliche Entwicklung Ihr Leben verändert?
nein, das hat das Leben selbst erreicht. Ich hatte das Glück, Menschen zu begegnen, die mir in meiner Entwicklung sehr weiter geholfen haben. Ich habe viel Unangenehmes erlebt, was mich aber letztlich stark gemacht hat.
Haben Sie schon einmal ein Kunstwerk gekauft? Welches? Was hat Sie dazu bewogen?
nein, wenn ich das Geld hätte, würde ich mir eine Regalwand voller Bücher kaufen, die ich mir schon immer kaufen wollte.
Marketing, Briefing, Brainstorming... Bemühen Sie sich, Anglizismen zu vermeiden, oder akzeptieren Sie diese Begriffe ohne weiteres?
im allgemeinem Sprachgebrauch schon. Im Job bleibt mir nichts anderes übrig. Ich arbeite an einer englischen Schule....
Was halten Sie von Graffiti in den Städten?
das sinnlose Taggen finde ich ärgerlich. Gute Graffiti können echte Kunstwerke sein. Aber bitte nicht am Eigentum anderer, die das nicht wünschen.
Welche Zeitschriften lesen Sie normalerweise?
die Zeit, den Stern, den Spiegel, the Guardian und the Huffington Post, aber in der Regel online.
Sollte Kino subventioniert werden, wenn millionenschwere Stars im Film mitspielen?
nein. Nur weil jemand "einen Namen hat" heißt das nicht, dass er /sie auch gut ist. Die Gagen sind sowieso ein Witz.
Wie erklären Sie sich die immer größer werdende Beliebtheit des Promi-Kultes?
ja, das würde ich auch gern wissen. Mir persönlich unverständlich!
Wohin soll es im nächsten Urlaub gehen?
mit dem Reisemobil nach Norwegen. Über Schweden zurück.
KONSUMENT
Nennen Sie uns Marken, die aktuell im Aufschwung sind:
tut mir leid, das interessiert mich überhaupt nicht!
Nennen Sie uns Marken, die aktuell an Beliebtheit verlieren:
Tschuldigung - gleiche Antwort wie eben!
 





© Ellen Thimm
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/leseratte66

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