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Interview mit:

Markus Birth [mbirth] 


BERUF
Wann war Ihnen bewusst, dass Ihre Tätigkeit ernst genommen wurde und Sie ein Profi auf Ihrem Gebiet werden konnten?
Mit etwa 18 Jahren, als ich zusammen mit einem Freund ein kleines Gewerbe gegründet und wir Webseiten für lokale Firmen entwickelt haben. Das war noch zu HTML 3.2-Zeiten.
Welche Sprachen sprechen Sie? Wie haben Sie diese Sprachen gelernt?
Sprechen kann ich - neben meiner Muttersprache Deutsch - nur Englisch fließend. Das ergab sich durch meinen frühen Kontakt mit PCs und später durch das Internet. Aber Grundkenntnisse sind auch in Französisch (Schule) sowie Spanisch und Japanisch (beides Volkshochschule) vorhanden - mangels Gelegenheit aber nie ausgebaut worden.
Wie verändert das Internet Ihre Arbeitsweise?
Ich bin effizienter geworden. Programmiertechnische Probleme sind durch die leicht durchsuchbaren Online-Referenzen und Foren mit Anregungen von anderen Nutzern viel leichter zu überwinden, als mit Büchern und Telefon.
Glauben Sie, dass Ihre Hobbys dazu beitragen, Ihre professionellen Qualitäten zu steigern?
Definitiv. Die eine Sorte Hobby sorgt für den geistigen Ausgleich - z.B. Tauchsport oder meine zwei Hunde. Die andere Sorte Hobby - der Computer - lässt mich die ganzen Dinge ausprobieren, zu denen während der Arbeitszeit kaum Zeit ist. Natürlich fließen die Ergebnisse wieder positiv in meine Arbeit ein.
Abgesehen von Ihrem aktuellen Beruf - hätten Sie gerne noch etwas anderes gelernt?
Ein seit meiner Kindheit gehegter Wunsch ist es, mal eine Hubschrauberpilotenlizenz zu machen. Allerdings wird das erst nach einem Lottogewinn zu einer wirklichen Option, da die Kosten im privaten Sektor utopisch sind und Berufspiloten gibt es schon genug.
Wie reagieren Sie auf Kundenbeschwerden?
Ich versetze mich in die Lage des Kunden und versuche zu überlegen, ob er die selben Faktoren kennt, wie ich. Bei Bedarf wird er über die Entscheidungsfaktoren aufgeklärt und dann wird gemeinsam eine Lösung erarbeitet. Beschwerden sind immer eine Möglichkeit, etwas zu lernen.
Wie gehen Sie mit Stress um?
Ich versuche ihn weitestgehend zu vermeiden, indem ich z.B. meine Aufgaben priorisiere und auch alle Beteiligten aufkläre, wenn sich etwas verzögern wird. Ansonsten wirken lange Spaziergänge, ein ausgiebiges Bad oder eine schöne Zigarre bei einem Glas Whiskey Wunder.
PROGRAMMIERUNG
Wie haben Sie mit dem Programmieren angefangen? Wie alt waren Sie damals?
Angefangen hat alles mit einem Schneider CPC464, den mein Vater angeschafft hatte, als ich 5 Jahre alt war. Natürlich war ich in dem Alter erstmal nur Nutzer und habe viele Spiele auf der Wunderkiste gespielt. Das Programmieren hat erst später angefangen - mit einem VC-20 (Vorgänger vom C64), den ich von meiner Tante geschenkt bekommen hatte. Wie alt ich da war, weiß ich nicht mehr - aber jünger als 14 auf jeden Fall. Mein Vater hatte mir für den Joystickanschluss Sensoren gebaut (Temperatur und Lichtstärke) und ich habe dann dafür BASIC-Programme geschrieben, die die Daten grafisch ausgewertet haben. Später ging es dann am PC mit GW-BASIC weiter und zur Gymnasium-Zeit kam Pascal.
Welche Konfigurierung und welches Betriebssystem benutzen Sie?
Nachdem mir Windows nichts mehr neues bieten konnte und ich es Leid war, Stunden mit der Aktualisierung der ganzen Programme zu verbringen und um den PC von Überresten zu befreien bin ich 2008 auf Ubuntu Linux gewechselt und benutze das System jetzt daheim sowie am Arbeitsplatz. Da auch unsere Server auf Linux basieren, ist so die Wartung derer auch viel komfortabler.
Welcher Teil der Entwicklung ist besonders befriedigend?
Wenn man ein hartnäckiges Problem elegant gelöst hat.
Welche Bedinungen brauchen Sie, um sich auf die Programmierung konzentrieren zu können?
Einen angenehmen Arbeitsplatz mit nicht zuwenig Platz auf dem Bildschirm, eine relativ ruhige Umgebung und vielleicht etwas Drum'n'Bass-Musik auf den Ohren.
Wenn Sie Ihren zurückliegenden Code überprüfen - was ist der Hauptunterschied zu dem, was Sie hinsichtlich des Codes fühlen, den Sie derzeit schreiben?
Heutzutage ist der Code noch durchdachter, eleganter und auch leichter zu erweitern. Man lernt ja ständig dazu. Früher habe ich manchmal einfach drauf los programmiert und den Code dann hinterher optimiert. Heute mache ich mir mehr Gedanken vorher und programmiere dann sauberer.
Kaufen Sie nach wie vor Programmierbücher, oder lernen Sie mittlerweile alles online?
Wenn ich eine neue Sprache lernen will, kaufe ich ein kleines Referenzbuch - gute Erfahrungen habe ich mit der GE-PACKT Reihe oder den "Pocket References" von O'Reilly gemacht. Die blättere ich dann durch und schaue mir an, was die Sprache zu bieten hat. Wenn ich dann anfange zu programmieren, weiß ich, wonach ich online suchen muss.
Was schlagen Sie als Lösung für die Piraterie vor?
Einen angemessenen Preis für die Ware verlangen und eine Erkennung in die Software einbauen, die den Nutzer freundlich(!) darauf hinweist, dass er das Programm gerade ohne Bezahlung nutzt und damit der Weiterentwicklung schadet - mit einem direkten Link zur Bezahlseite. Laut Studien ist das wohl der beste Weg für eine Konvertierung zu einem zahlenden Kunden. Außerdem sollte man zahlende Kunden nicht verschrecken, wie das bei DVDs und BluRays der Fall ist … ich gebe 12€ dafür aus und muss mir dann noch mehrere Minuten irgendwelche Trailer angucken und Warnungen dass ich das bloß nicht kopieren soll. Ich habe es doch bereits bezahlt!
Welche sind Ihre Lieblingsspiele, und in welcher Plattform spielen Sie diese?
Ich spiele sehr selten. Wenn, dann auf Android oder am PC. Hauptsächlich Rätselspiele - seien es Nonogramme oder Plattformspiele mit Rätselelementen.
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie von Freunden oder Familienangehörigen gebeten werden, Probleme mit ihren Computern zu lösen?
Solange das alles in Maßen geschieht, mache ich das gern und freue mich, dass ich helfen kann. Ich selbst lerne dadurch auch immer wieder dazu, was so alles für Probleme auftreten können und wie man sie behebt, ohne den PC komplett neu aufzusetzen.
Was halten Sie von Macs als Entwicklungsmaschinen?
Wem's gefällt.... mir persönlich ist die Tastatur ein Gräuel. Die Sonderzeichen sind nur mit fingerbrecherischen Tastenkombinationen zu erreichen und auch an völlig anderen Stellen, als man es von PCs gewohnt ist.
Wie schützen Sie Ihren Computer vor Infektionen?
Nachdem ich in meiner gesamten Windows-Zeit nie einen Virus "aus Versehen" eingefangen habe, hatte ich irgendwann auf wöchentliche Komplett-Scans umgestellt statt ständig einen CPU-fressenden Echtzeit-Scanner laufen zu lassen. Jetzt unter Linux scanne ich nur noch verdächtige Downloads nach Viren.
Sind Sie der Erste, der seine Software aktualisiert, wenn sie neu auf den Markt kommt, oder warten Sie lieber, bis neue, stabilere Versionen herauskommen?
Bei neuen Versionen warte ich immer die ersten Kommentare ab. Fallen diese positiv aus, bin ich schnell dabei mit dem Aktualisieren. Bei einigen Produkten setze ich auch Beta-Software ein, um in den Genuss der neuesten Features zu kommen. Probleme kann man so dann auch direkt melden und Einfluss auf die Entwicklung der Software nehmen.
TECHNOLOGIE
Haben Sie früher Spielsachen auseinander genommen, um zu sehen, wie sie von innen funktionieren?
Ja, das fing schon im Kindesalter an. Anfangs habe ich die Spielsachen dann auch nicht mehr zusammen gebaut bekommen - aber das klappte auch recht schnell. Meine Eltern haben mich in meinem Wissensdrang auch hervorragend unterstützt - durch Elektrobaukästen, Chemiebaukästen, viele Bücher und auch selbstgebastelte Dinge von meinem Vater (Elektromeister). Die Arbeiten in seinem Bastelkeller haben mich seit jeher fasziniert.
Welche Faktoren muss man beachten, um eine technologische Investition zu beraten?
Wichtig ist die Zukunftsfähigkeit und die Folgekosten. Eine Neuanschaffung sollte an absehbare technische Innovationen anpassbar sein und auch nicht den doppelten Anschaffungswert an Betriebskosten verursachen. Und natürlich muss sie dennoch zuverlässig sein.
Welche Marken oder Firmen aus Ihrem professionellen Umfeld empfehlen Sie am häufigsten?
Die passenden. Ich lege mich nicht auf bestimmte Hersteller oder Firmen fest. Das Problem wird analysiert und dann der passendste Lösungsweg genommen - unabhängig vom Hersteller oder persönlichen Vorliebe. Wenn natürlich die gesamte Infrastruktur aus einer Hand kommt, werde ich nicht empfehlen, etwas von einem anderen Hersteller zu kaufen.
Was benötigt man, um mit Technologie zu arbeiten? Besonders viel Geduld, oder auch einen besonders gut geordneten Geist?
Man muss die Zusammenhänge erkennen können. Wenn irgendetwas nicht funktioniert, muss man wissen, was man alles prüfen muss, um die Ursache zu finden. Dazu gehört natürlich auch eine gehörige Portion Geduld. Aber das wird auch immer durch Erfolg belohnt.
Welche Gadgets bevorzugen Sie?... In welchen Laden muss man gehen, um Sie zu suchen, wenn Sie sich verloren haben?
Eigentlich interessiere ich mich für alles, was eine technische Funktion erfüllt. Sei es ein Netbook, ein Smartphone oder ein kleiner MP3-Player. Mich findet man am ehesten in Läden wie Conrad Electronic oder einem der Medienmärkte - dort dann in der PC-Abteilung oder bei den Smartphones.
PERSÖNLICHKEIT
Ein Gebiet, auf dem Sie völlig unerfahren sind?
Chemie.
Was war Ihr erstes Auto?
Ein Opel Calibra. Ursprünglich sollte es was praktisches werden, z.B. VW Passat. Als ich dann auf die Anzeige des Calibra aufmerksam gemacht wurde, hatte ich mich sofort in das Auto verliebt: Eine ganz spezielle Mischung aus Platzangebot und sportlichem Aussehen, die man heute kaum noch findet.
Ein Wort oder ein Spruch, den Sie lieben?
"Wir binden unser Glück an Dinge, die selten vorkommen, und wundern uns, dass wir nur selten glücklich sind." (Dr. Eckart von Hirschhausen)
Ein Wort oder ein Spruch, den Sie hassen?
"Schland."
Was ist Ihr Lieblingshaustier?
Der Hund. Auch wenn er ab&zu herumliegende Papiere zerfetzt oder den Inhalt eines Kuscheltiers gleichmäßig in der Wohnung verteilt, so ist er absolut treu, hat immer ein offenes Ohr und würde mich gegen jeden noch so großen "Feind" verteidigen - bis in den Tod.
Was werden Sie wohl als Rentner machen?
Mein Ziel ist es, irgendwo in der Sonne mein Alter zu verleben - Spanien oder Kanada schweben mir da vor. Vielleicht reise ich auch einfach durch die Welt - es ist ja noch einige Zeit bis dahin.
IDEEN
Sind Sie für oder gegen den Stierkampf?
Gegen. Das schmerzlose Schlachten von Tieren aus Ernährungszwecken kann ich noch tolerieren. Aber Tiere zur Belustigung zu quälen ist das letzte.
Ist Markenware wichtig für Sie, wenn Sie einkaufen gehen?
Nein, was zählt ist das Preis-/Leistungsverhältnis - was sich dank des Internet recht gut ermitteln lässt. Markenware ist auch nicht immer die beste Wahl.
Wie weit vertrauen Sie Statistiken?
Ich bin immer skeptisch - ganz nach dem Motto: "Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast."
Glauben Sie, es stimmt, dass wir nur knapp zehn Prozent unseres geistigen Potentials nutzen?
Wenn man sieht, dass Autisten mit nur einem Blick die genaue Anzahl von Gegenständen erfassen oder komplexe mathematische Gleichungen im Kopf in sekundenschnelle lösen bleibt nur dieser Schluss übrig.
Gibt es Außerirdische?
Klar. Zu glauben, wir wären die einzigen in diesem großen Universum, wäre sehr naiv. Wenn wir uns hier aufgrund perfekter Bedingungen entwickelt haben, muss man einfach davon ausgehen, dass es mindestens noch einen Planeten unter den unbegreiflich vielen anderen da draußen gibt, wo diese Bedingungen auch vorhanden waren.
KULTUR
Was haben Sie auf Ihrem MP3-Player?
Musik für den Arbeitsweg, d.h. aktuelle Lieblingsmusik und Web-Radio-Mitschnitte. Alle paar Wochen kommen mal neue Stücke oder Mitschnitte hinzu und alte werden aufgeräumt.
Mac oder PC? Warum?
PC - mit Linux. Ich finde die Mac-Welt setzt zuviel auf Design statt auf Funktion. Ich habe lieber ein Gerät, wo ich die Komponenten beliebig erweitern kann und auch Zugriff auf Millionen verschiedene Anwendungen habe. Die Mac-Welt habe ich bisher als grafikverliebt aber in Sachen Anwendungsprogramme stark eingeschränkt erlebt. Auch sind die Preise von Mac-Software durch die fehlende oder kaum vorhandene Konkurrenz unverhältnismäßig hoch. Und seit Apple auf Intel-Prozessoren setzt, ist auch der Vorteil der PowerPCs weg gefallen.
Welche Lieblingsfächer hatten Sie in der Schule?
Informatik war mein absolutes Lieblingsfach, aber auch Mathematik und Physik haben mir immer Spaß gemacht. Logisches Denken liegt mir und ich löse gern Probleme.
Was halten Sie von Graffiti in den Städten?
Wenn es Kunst ist, als z.B. Werke von BANKSY oder generell schön anzusehende Motive, dann finde ich es in den meisten Fällen tolerierbar bis gut. Vor allem, wenn dort sonst nur eine graue Wand zu sehen wäre. Allerdings kann ich den Kritzeleien und nicht lesbaren Kringeln absolut nichts abgewinnen.
KONSUMENT
Gehen Sie gerne Shoppen? Oder hassen Sie es, einkaufen gehen zu müssen? Warum?
Ich gehe zielgerichtet einkaufen. Meistens zumindest. Selten habe ich auch richtig Lust, zu bummeln - aber in den meisten Fällen geht es darum, eine bestimmte Sache zu kaufen. Das können Lebensmittel sein oder Kleidung und ist oft auch recht schnell erledigt.
Nutzen Sie das Internet, um einzukaufen? Informieren Sie sich im Internet und kaufen Sie dann in Läden, oder umgekehrt?
In den meisten Fällen informiere ich mich im Internet und kaufe dann auch gleich dort - beim günstigsten Anbieter. Wenn ich allerdings in einem Laden ein begehrenswertes Objekt finde und der Preis nicht zuviel vom Internetpreis abweicht, wird auch dort gekauft.
Bezahlen Sie üblicherweise, manchmal oder niemals mit Kreditkarte? Warum?
Internet-Einkäufe werden wann immer möglich mit Kreditkarte bezahlt. Auch an der Tankstelle zahle ich so und auch in allen anderen Geschäften, wo eine Kreditkarte akzeptiert wird. Der Vorteil ist, dass so die meisten Ausgaben auf der KK-Abrechnung erscheinen und gerade bei Online-Einkäufen die Summe direkt beim Empfänger gutgeschrieben wird - der dann sofort den Versand einleiten kann.
Was ist wichtiger für Sie? Auf dem neusten Stand in Punkto Technologie, Kultur oder Mode zu sein?
Da sich Kultur und Mode immer wieder im Kreis bewegen, ist es mir eher wichtig, bei der Technologie nicht den Anschluss zu verpassen und alle Trends zu verfolgen.
Was schätzen Sie mehr in einem Hotelzimmer - Fernseher oder Internet?
Internet - da kann man ja auch drüber fernsehen und nebenbei noch mit Freunden chatten.
 

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Markus Birth
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