Interview mit:Petra Hildebrand-Blume [rahildebrand]
RECHT
 | Was haben Sie studiert? Auf was haben Sie sich spezialisiert? Ich habe Jura in Göttingen und Heidelberg studiert. Meine Spezialitäten betreffen schwierige Fälle im Erbrecht und Versicherungsrecht sowie die Haftung von Steuerberatern. |
 | Wie sieht Ihre Berufserfahrung im rechtlichen Bereich aus? Seit wann üben Sie Ihren Beruf aus? Seit 1982 bin ich als Rechtsanwältin zugelassen und übe seitdem meinen Beruf im Rhein-Neckar-Kreis zwischen Weinheim - Mannheim und Heidelberg aus. |
 | Welche Links gibt es über Sie im Internet, die uns einiges über Sie verraten? |
 | Welche Fälle interessieren Sie besonders? Ich suche die Herausforderung. Das sind die Fälle mit schwierigen Rechtsproblemen und Begleitumständen. Diese finde ich vorwiegend im Erbrecht, bei Versicherungsfragen und auch im sonstigen Zivilrecht. |
 | Wie kommen die Kunden auf Sie? Warum glauben Sie, wählen Ihre Kunden Sie aus? Meine Mandanten kommen auf Empfehlungen anderer zufriedener Klienten und über das Internet. Entweder ist man auf meine Webseiten gelangt, auf denen viele Informationen abrufbar sind oder sie haben meinen Blog besucht. Andere wiederum kennen mich aus Social Networks wie z.B. Xing oder Twitter.
Ich versuche mich verständlich auszudrücken und juristische Sprache für die Mandanten zu übersetzen. Außerdem behandele ich die Mandanten so, wie ich auch behandelt werden möchte, höflich und freundlich, aber auch bestimmt. |
 | Wie berechnen Sie Ihre Tarife? Stehen Sie in Bezug zu Ihrem Einsatz, zu dem, was auf dem Spiel steht, oder hängen Sie von den finanziellen Möglichkeiten des Mandanten ab? Für die Vergütung gibt es verschiedene Modelle, die vom Einzelfall abhängen.
Kriterien sind z.B. die rechtliche und wirtschaftliche Bedeutung des Falles und der zu erwartende Arbeitsaufwand. Das wird individuell entschieden. |
 | Wie verkauft man einem Mandanten die Strategie, die Sie für seine Verteidigung erarbeitet haben? Ich verschaffe mir Kenntnis von dem wirklichen Bedürfnis des Mandanten. Dann zeige ich die in Frage kommende rechtlichen Möglichkeiten und wirtschaftlichen Auswirkungen auf. Meiner Empfehlung wird meistens gefolgt. Es entscheidet aber der Mandant. |
 | Ihre Mandanten können emotional gesehen sehr aufgeregt sein. Wie schaffen Sie es, dass sie eine rationelle und realistische Einstellung bekommen? Ich nehme mir Zeit und lasse die Mandanten erzählen. Nach einer gewissen Zeitspanne beginne ich dann, konkrete Fragen zu stellen und auf diese Weise die Tatsachen zu ermitteln. Häufig stellt sich dabei heraus, daß Unterlagen fehlen, die der Mandant noch beschaffen muß oder es ergeben sich Aspekte, an die der Mandant nicht gedacht hat. Wichtig ist, eine Balance zwischen den Gefühlen des Mandanten und dem, was seine Schilderungen rechtlich hergeben, herbeizuführen. Voraussetzung ist, daß der Mandant Vertrauen entwickelt und sich ein Stück weit auch an die Hand nehmen läßt. |
 | Was passiert, wenn Sie es intuitiv spüren, dass Ihr Mandant Sie belügt? Ich weise darauf hin, daß eine richtige Einschätzung der Lage nur möglich ist, wenn ich umfassend und wahrheitsgemäß informiert werde. Ich merke schnell, ob der Mandant dies tut oder nicht. Bleibt er bei seinem Verhalten, nehme ich das Mandat nicht an oder lege das bereits begonnene Mandat nieder. In diesen Fällen fehlt es an der Vertrauensbasis. |
 | Haben Sie jemanden schon einmal als unschuldig verteidigt, obwohl Sie mit Sicherheit wussten, dass er schuldig ist? Ich übernehme keine Strafverteidigungen. Die Frage stellt sich daher nicht. |
 | Welche Gründe gab es für Sie, einen Fall abzulehnen? Wie haben Sie Ihre Entscheidung begründet? Gründe können sein:
Arbeitsüberlastung,
unzureichende Erfahrung in dem entsprechenden Rechtsgebiet,
erkennbare Unwahrheit der Mandantenschilderung,
Beratungsresistenz,
unzumutbare Arbeitsbedingungen,
Charakterliches Fehlverhalten,
etc.
Entsprechend unterschiedlich sind auch die Begründungen. |
 | Welche Strategie ist normalerweise effektiver? Die aggressive oder die freundschaftliche? Oder die, wo Sie eine vernünftige Absprache treffen? "Die" Strategie gibt es nicht. Welche Strategie eingeschlagen wird, wird für den konkreten Fall entschieden. |
 | Ist es wichtig, von Vornherein die Persönlichkeit und die Gepflogenheiten des Richters zu kennen, der den Fall leiten wird? Aufgrund der rollierenden Geschäftsverteilungspläne ist es nicht mehr möglich, schon im Vorfeld zu erkennen, welcher Richter den Fall auf den Tisch bekommt. Ich erwarte von jedem Richter, daß er sich seiner Aufgabe bewußt ist und dieser nachkommt: nämlich eine fundierte und unparteiische Entscheidung zu treffen. |
 | Benötigt man in Ihrem Beruf Mut? Eindeutig Ja. Sonst hat man den Beruf verfehlt. |
 | Was ist Gerechtigkeit? Gibt es eine Möglichkeit, sie zu messen, oder ist es nur ein Gefühl? Gerechtigkeit ist m. E. mehr als ein Gefühl, aber dennoch nicht objektiv messbar.
Gerecht ist eine Entscheidung dann, wenn sie im Einklang mit dem Gesetz steht und nach der vorgesehenen Verfahrensordnung ergangen ist, auch wenn das Ergebnis nicht jeder Partei gefällt. |
 | Ist es nötig, die Justiz langsam und teuer zu halten, um einen Ansturm an irrelevanter Fälle zu vermeiden? Wirtschaftliche Überlegungen der Justiz dürfen keine Rolle spielen. Das widerspräche dem Grundgesetz. Der Justizhaushalt finanziert sich überwiegend durch die Gerichtskosten selbst. Man kann auch nicht generell sagen, daß die Justiz langsam arbeitet.Für einzelne Gerichte oder Richter mag das zutreffen, nicht aber für "die Justiz" als Ganzes. |
 | Wo sehen Sie sich in fünf Jahren? Was würden Sie dann gerne tun? Immer noch mit Leib und Seele Anwältin. |
 | Welchen Rat geben Sie jemandem, der sich für die juristische Laufbahn interessiert? Sich vorher informieren und das Studium nur aus wirklichen Interesse wählen. Die Tätigkeiten, die diese Aubildung ermöglicht, sind vielseitig und nie langweilig. Und nie vergessen: es sind Menschen, die sich unserer Hilfe anvertrauen. |
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308 Besuche Whohub [rahildebrand] Petra Hildebrand-Blume Raum Weinheim - Baden-Württemberg
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