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Interview mit:

Volker C. Dützer [volkercdutzer] 


SCHREIBEN
Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?
Geschichten entstehen wie von selbst in meinem Kopf, so lange ich mich zurückerinnern kann. Die Idee, diese Geschichten aufzuschreiben, tauchte zum ersten Mal im Teenageralter auf. Zunächst fehlte es noch gewaltig am Handwerk, am ,Gewußt wie'. Es dauerte dann auch noch einige Jahre, bis der erste ernstzunehmende Roman entstand. Und noch viel länger, bis ich den Mut fand, das Geschriebene anderen zu zeigen.
Welches Genre bevorzugen Sie? Haben Sie einen Link, auf dem wir etwas über Ihr neuestes Werk erfahren können?
Ich schreibe Thriller und Krimis. In meinen Geschichten geht es häufig um Grenzbereiche der Wissenschaft; mittlerweile schreibe ich aber auch handfeste Krimis. Das Unbekannte, das Prickeln im Nacken, wenn man entdeckt, dass es hinter der dünnen Fassade der Wirklichkeit noch etwas anderes, Unbekanntes, Undenkbares, geben könnte, reizt mich. Meine Romane sind eine Gratwanderung zwischen dem, was wir als Realität ansehen, und dem, was vielleicht in naher Zukunft möglich sein könnte. In meinen Geschichten stehen allerdings immer die Figuren und ihre individuellen Schicksäle im Vordergrund. Ich will meine Leser nicht mit Abhandlungen über Quantenphysik langweilen, sondern spannende Unterhaltung bieten. Genaueres erfährt man auf meiner Homepage: www.volker-duetzer.de
Wie verläuft Ihr kreativer Prozess? Was geschieht, bevor Sie sich hinsetzen und anfangen zu schreiben?
Zuerst ist da eine Idee, die elektrisiert. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel. Eine Idee, die mich nicht mehr losläßt. Das kann alles mögliche sein - ein Zeitungsbericht, eine interessante Figur, ein unheimliches Kribbeln im Nacken. Dann lasse ich das ein Weilchen sacken und fange an ,rumzuspinnen'. D.h. ich schreibe alles, was mir dazu einfällt, in eine Kladde. Irgendwann kristallisiert sich dann ein Handlungsgerüst heraus, zeigt sich ein Weg, wohin das Ganze führen soll. Als nächstes plane ich dann konkret die einzelnen Abschnitte, Kapitel und Teile des Romans. Irgendwann, wenn ich das Gefühl habe, ich seim soweit, um zu beginnen, fange ich an zu schreiben. Und dann wird alles daoch ganz anders. ;-)
Welche Art Lektüre aktiviert in Ihnen die Lust, zu schreiben?
Andere spannende Geschichten
Welche sind für Sie die Hauptzutaten einer guten Geschichte?
Gute, ausgefeilte, ausgereifte Charaktere. Die Figuren sind die absolute Hauptsache, alles andere entwickelt sich daraus.
In welchen Schuhen fühlen Sie sich wohl? Erste Person oder dritte Person?
Dritte Person. Ich mag keine Geschichten in der Ich-Form. Diese Art zu erzählen, schränkt die Erzählmöglichkeiten zu sehr ein.
Welche bekannten Schriftsteller bewundern Sie am meisten?
Dean Koontz, Andreas Eschbach, und viele andere
Was macht eine Person glaubhaft? Wie kreieren Sie Ihre Persönlichkeiten?
Eine Figur muss aus drei Dimensionen bestehen: der psychologischen, der physiologischen, und der soziologischen. Ich verwende sog. Soufflierblätter. Das ist eine Art Excel - Tabelle mit Eigenschaften, angefangen von der Augenfarbe bis zur Einstellung zu Kuckucksuhren. Diese Tabellen helfen mir, gegensätzliche Figuren zu kreieren und sie glaubhaft zu machen. Als nächstes schreibe ich Biographien der Figuren, in denen die Stichwörter aus dem Soufflierblatt detailliert werden. Oft interwieve ich dann die Figuren noch, um ein Gefühl für sie zu bekommen. Nicht zu vergessen: ich lasse sie selbst zu Wort kommen und schreibe einige Seiten in ihrer eigenen Sprache. Eine Figur ist dann gelungen, wenn sie in meinem Kopf - und denen der Leser - lebendig wird.
Sind Sie genauso gut darin, Geschichten mündlich zu überliefern?
Nein, glaube ich nicht. Hab ich noch nie versucht. Ich brauche den Prozess des Schreibens.
Für wen schreiben Sie in Ihrem tiefsten Inneren?
Für alle, die spannende und bewegende Geschichten lieben.
Ist Schreiben eine persönliche Therapie? Sind interne Konflikte eine kreative Antriebskraft?
Nein. Schreiben ist harte Arbeit. Persönliche Erlebnisse fliessen vielleicht unbewusst ein, aber niemals absichtlich.
Nutzt Ihnen der Feedback Ihrer Leser etwas?
Ja, auf jeden Fall. Ich freue mich über Anregungen genauso wie über berechtigte Kritik. Ob diese dann auch ins Schreiben einfließt, ist allerdings ungewiss. ;-)
Präsentieren Sie sich bei Schriftsteller-Wettbewerben? Haben Sie schon einmal einen Preis gewonnen?
Schattenjagd war mal für den Vincent-Preis nominiert. Wenn ich etwas passendes in der Schublade finde, nehme ich auch an einem Wettbewerb teil.
Zeigen Sie Ihre Manuskripte einer vertrauten Person, um ihre Meinung zu hören?
Wenn ich unsicher bin, mache ich das manchmal. Meistens verlasse ich mich auf mein Gefühl.
Glauben Sie, Ihre "eigene Stimme" bereits gefunden zu haben, oder ist man ewig auf der Suche nach ihr?
Keine Ahnung.
Welche Disziplin erlegen Sie sich selber auf in Hinblick auf Ziele, Zeiten, in denen Sie schreiben, etc.
Wenn ich die Lust verliere, höre ich auf. Ich zwinge mich nicht zum Schreiben. Dabei kommt verkrampfter Mist heraus.
Was umgibt Sie in Ihrem Arbeitszimmer, um Ihre Konzentration zu erhöhen?
Nichts besonderes. Ich brauche nur ungestörte Ruhe, eine Tastatur und einen Bildschirm. Und ab und zu einen Stift zm Kritzeln.
Schreiben Sie auf dem Bildschirm, drucken Sie häufig Ihre Schriften aus, korrigieren Sie auf Papier...? Wie läuft der Prozess bei Ihnen ab?
Die ersten Entwürfe für einen Roman schreibe ich von Hand in Schreibkladden. Dann ziehe ich auf den PC um. Erst, wenn ich die erste Fassung dann zwei, dreimal überarbeitet habe, drucke ich einen Stapel Papier aus und überarbeite den Text dann mit dem Text-ÜV, den Andreas Eschbach sich ausgedacht hat - ein hervorragendes Instrument, um einen Text gezielt verbessern zu können. Dann lasse ich das alles eine Zeitlang ruhen, einige Wochen bis Monate - und fange dann von vorne an, bis ich zufrieden bin.
An welchem Projekt arbeiten Sie momentan?
Im Augenblick arbeite ich an der Fortsetzung von "Schattenjagd".
 

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Volker C. Dützer
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© Volker C. Dützer
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