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Interview mit Yara Nacht [yaranacht] - SCHREIBEN
 
 
 
 
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Interview mit:

Yara Nacht [yaranacht] 


SCHREIBEN
Wie haben Sie angefangen, zu schreiben? Wer hat Ihre Texte damals gelesen?
Ich habe schon in sehr frühen Jahren mit dem Schreiben begonnen. Und wenn man in einem sehr schönen, aber kleinen Ort auf dem Land groß wird, wo es mehr Kühe gibt als Menschen, ist es eigentlich kaum verwunderlich, bereits als Kind eine blühende Fantasie zu entwickeln *g*. So begann ich relativ früh, mir Geschichten auszudenken. Meine ersten Texte wurden von meiner Mutter und meiner Schwester gelesen.
Welches Genre bevorzugen Sie? Haben Sie einen Link, auf dem wir etwas über Ihr neuestes Werk erfahren können?
Prinzipiell möchte ich mich nicht auf etwas Konkretes festlegen, da ich ständig die Herausforderung suche und Neues ausprobiere! So schreibe ich zum Beispiel unter Decknamen Liebesromane und überarbeite gerade einen Jugendroman. Des Weiteren arbeite ich gerade an der Fortsetzung zu meiner homoerotischen Vampirromanserie "Sündhafte Begierde der Verdammnis", die im Juni 2012 im HOMO Littera Verlag erscheinen wird! Es ist die Leidenschaft am Schreiben, die mich vorantreibt - und da könnte ich mir viele Themen vorstellen ... Meine Homepage befindet sich derzeit leider noch im Aufbau. Wer jedoch mehr über meine Neuveröffentlichungen erfahren möchte, kann dies gerne unter http://www.homolittera.com tun!
Wie verläuft Ihr kreativer Prozess? Was geschieht, bevor Sie sich hinsetzen und anfangen zu schreiben?
Grundsätzlich ist es so, dass meine Geschichte wie ein Film vor meinen Augen abläuft. Ich beginne dann, meine Gedanken notizartig auf Papier zu bringen, um bloß nichts zu vergessen!!! Ab und zu kann es schon mal passieren, dass mir mitten in der Nacht etwas einfällt, was ich dann spontan aufschreiben muss ...
Welche Art Lektüre aktiviert in Ihnen die Lust, zu schreiben?
Da ich sämtliche Bücher aus unterschiedlichen Genres lese, kann ich mich diesbezüglich eigentlich kaum festlegen. Allerdings lese und schreibe ich sehr gerne homoerotische bzw. schwule Literatur (Mann/Mann).
Welche sind für Sie die Hauptzutaten einer guten Geschichte?
Hauptzutaten, denke ich, gibt es keine, denn jeder Mensch weist einen anderen Geschmack auf. Was für den einen Leser spannend ist, kann für den anderen langweilig sein ... Allerdings bin ich der festen Überzeugung, dass ein Autor sich immer in die Gefühls- und Gedankenwelt seiner Protagonisten hineinversetzen sollte, um die Personen glaubwürdig dastehen zu lassen. Vermutlich sind das ja die Hauptzutaten einer guten Story!
Welche bekannten Schriftsteller bewundern Sie am meisten?
Es gibt eigentlich keinen bestimmten Schriftsteller, den ich mir zum Vorbild gemacht habe, denn ich denke, es ist wichtig, seinen eigenen Weg zu gehen. Man sollte auf keinen Fall anfangen, Schreibstile und dergleichen zu kopieren, sondern sich selber treu bleiben und seinen eigenen Stil entwickeln bzw. beibehalten ...
Was macht eine Person glaubhaft? Wie kreieren Sie Ihre Persönlichkeiten?
Ich versuche, mich in meine Protagonisten hineinzuversetzen, z. B.: Was würde ich an deren Stelle machen? Wie würde ich in genau jener Situation reagieren? Gefühle, der in die Handlung involvierten Personen, spielen für mich dabei eine sehr große Rolle.
Sind Sie genauso gut darin, Geschichten mündlich zu überliefern?
Ich rede sehr viel - manchmal vielleicht zu viel *lach*, aber ich bin ein eher zurückgezogener Mensch mit einer großen Portion Humor. Geschichten zu schreiben fällt mir jedoch leichter, als sie mündlich zu überliefern, was aber nicht heißen soll, dass ich es mir nicht zutraue - ich lese gerne laut!
Für wen schreiben Sie in Ihrem tiefsten Inneren?
Wenn ich ehrlich bin, dann für mich selbst. Ohne das Schreiben könnte ich nicht sein. Das ist ungefähr so wie mit dem Atmen der Luft - ohne geht es nicht! Ich denke, es ist wichtig, sich selbst treu zu bleiben und aus seinem tiefsten Inneren heraus zu schreiben, was einem Spaß macht. Leser kann man nicht täuschen, sie merken es, ob ein Autor seine Geschichte mit Liebe geschrieben hat oder nicht ... Wenn ich mit einem Roman beginne, dann bin ich mit in die Geschichte involviert, meine Hauptdarsteller gehören zu mir, ich habe diese Personen in meinen Gedanken zum Leben erweckt und gehe meinen Weg mit ihnen - auch wenn sie vielleicht manchmal finster und böse sind *gg*.
Nutzt Ihnen der Feedback Ihrer Leser etwas?
Gerade ein Feedback der Leser ist sehr wichtig, denn es ist ja die größte Freude eines Schriftstellers, wenn seine Geschichten Anklang finden und die Menschen, die sie lesen, von den Emotionen und der Handlungsweise der Protagonisten eingenommen werden. Aber ich finde auch, dass ein Autor gerade mit Kritik umgehen sollte, da man daraus nur lernen und profitieren kann. Das Schreiben ist ein ständiger Lernprozess. Man sollte nie den Fehler begehen und Ratschläge anderer Menschen einfach ausschlagen, da all das nur anmaßend wäre. Kritik ist dazu da, um sie anzunehmen und etwas Gutes daraus zu machen! Eine meiner Leserinnen hat mir mal gesagt, mein Buch hätte ihr sehr gut gefallen, aber bei der Erotikszene wären meine Protagonisten einfach zu schnell zur Sache gekommen - das hätte sie etwas gestört. Nun habe ich mir die Geschichte nach Langem (nachdem ich eine gewisse Distanz dazu gewahrt habe) wieder durchgelesen und musste feststellen, dass sie recht hatte!
Zeigen Sie Ihre Manuskripte einer vertrauten Person, um ihre Meinung zu hören?
Es ist unentbehrlich für einen Schriftsteller, sein fertiges Manuskript in die Hände einer Person zu geben, die "ehrliche" Kritik dazu abgibt! Ich habe nichts davon, wenn ich zu einem lieben Freund gehe, der mir dann "schmeichelt", dass er meinen Roman ja so toll finden würde, obwohl er in Wahrheit ganz anders darüber denkt. Deshalb ist es wichtig, jemanden in seinem näheren Umfeld zu haben, der - ohne sich ein Blatt vor den Mund zu nehmen - offen Kritik übt. Als Autor hat man irgendwann keinen Abstand mehr zu seinem eigenen Manuskript, da man von Beginn an in die Geschichte involviert ist. Man kennt jeden Satz beinahe auswendig - da ist es kaum verwunderlich, dass einem bestimmte Dinge nicht mehr auffallen. In meinem Fall ist meine Schwester, selbst erfolgreiche Autorin, meine Betaleserin. Von ihr weiß ich, dass ich ehrliche Kritik erwarten kann, was natürlich nicht immer heißt, dass es mich auch freut *lach* ... Ein Beispiel: Als ich sechzehn war, versuchte ich mich - damals noch ein völlig unerfahrener Schreiberling - an einem Horrorroman. Ich war vollkommen in meiner Schreibwelt gefangen, glaubte, das perfekte Horrorbuch zu schreiben - tja, zweitens kommt es anders als man denkt ... Ich übergab ihr die Geschichte - ich hatte erst um die 50 Seiten geschrieben - und bat sie, mir ihre ehrliche Meinung zu sagen. Gleich nach den ersten paar Seiten bekam sie einen fürchterlichen Lachkrampf, weil sie mein Buch doch tatsächlich als Komödie befand, und ich wurde wütend! Was hatte ich falsch gemacht? - Anscheinend ziemlich viel *g*. Heute weiß ich, dass in genau solch einer Kritik der Grundstein für ein gutes Buch liegt!
Welche Disziplin erlegen Sie sich selber auf in Hinblick auf Ziele, Zeiten, in denen Sie schreiben, etc.
Ich bin sehr ehrgeizig und zielstrebig - ein richtiger Workaholic. Das ist zwar gut, aber manchmal stehe ich mir dadurch auch selbst im Weg ... Wenn ich etwas erreichen möchte, dann gebe ich nicht auf - egal, wie viele Hürden ich dafür überwinden muss - ich gebe erst dann Ruhe, wenn ich das geschafft habe, was ich mir vorgenommen habe. Dafür muss man aber hart (an sich) arbeiten und Geduld aufbringen! Aber ich denke mir - wo ein Weg ist, ist auch ein Ziel! Man muss von vornherein damit rechnen, dass man auch Absagen von Verlagen kassiert. Das ist aber normal. Wichtig ist, dass man einen langen Atem hat - und ich habe erst angefangen, "ein"zuatmen *lach*. Um auf die nächste Frage zu kommen - Zeiten und Disziplin - hm ... Ich versuche, mir keinen richtigen Zeitplan aufzustellen, denn daran bin ich schon immer gescheitert. Das ist ungefähr so, wenn man sich an Silvester gute Vorsätze für das neue Jahr vornimmt: "Ich werde im neuen Jahr nicht mehr so viel Schokolade essen!" - Tja, denkste, denn schon am Neujahrstag breche ich diese Regel wieder *gg*. Genau aus diesem Grund stelle ich keinen Zeitplan mehr auf, da ich sowieso in jeder freien Minute schreibe.
Was umgibt Sie in Ihrem Arbeitszimmer, um Ihre Konzentration zu erhöhen?
Meine Katzen, Naturbilder und ein künstlicher Gummibaum, dem ich meine Geschichten laut vorlese ... Das Angenehme daran ist, dass er einfach schweigt und zuhört *g*.
Welche Websites besuchen Sie, um Erfahrungen auszutauschen oder Informationen zu erhalten?
Eigentlich besuche ich kaum Websites, aber wichtige Informationen hole ich mir natürlich aus dem Netz. Da ich mit einigen lieben Autorenkollegen und Verlegern in ständiger Verbindung stehe, tausche ich meistens mit diesen Erfahrungen aus.
Was raten Sie mir, was ich mit all diesen Texten machen soll, die ich seit Jahren schreibe, aber noch nie jemandem gezeigt habe?
Wenn der Wunsch, Schriftsteller zu werden und Bücher zu schreiben so groß wird, dann rate ich Ihnen auf jeden Fall, Ihre Geschichten rasch aus der Schreibtischlade zu holen, diese mehrmals zu überarbeiten und sie eine gewisse Zeit liegen zu lassen, um erneut Abstand davon zu gewinnen. Dann würde ich genaue Informationen darüber einholen, zu welchen Verlagshäusern ihr Manuskript überhaupt passt. Haben sie einen Verlag für das Genre, in dem sie schreiben, gefunden, würde ich meine Geschichte erneut durchlesen, und erst dann, wenn Sie wirklich das Gefühl haben, nichts mehr besser machen zu können, den Verlag anschreiben ...
 





© Yara Nacht
Web-Adresse dieses Interviews:http://www.whohub.com/yaranacht

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